Neue CONNECT #-Ausstellung verbindet historische Orakel und religiöse Überlieferungen mit zeitgenössischer Kunst, immersiven Medien und Fragen an Künstliche Intelligenz
Paderborn. Prophezeiungen im Diözesanmuseum Paderborn stehen vom 30. August 2026 bis 31. Januar 2027 im Mittelpunkt der neuen Ausstellung „PROPHEZEIUNGEN – Wer deutet die Zeichen der Zeit?“. Die dritte Ausgabe der Reihe CONNECT # beschäftigt sich mit unterschiedlichen Formen des Prophetischen von der Antike bis zum KI-Zeitalter.
Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 29. August 2026, um 16 Uhr. Ab 18 Uhr schließt sich die Paderborner Museumsnacht an. Das Diözesanmuseum realisiert das Projekt in Kooperation mit dem storyLab kiU der Fachhochschule Dortmund. Thematisch inspiriert wurde die Ausstellung von der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn.
Im Zentrum stehen Fragen, die Menschen seit Jahrhunderten beschäftigen: Wer kann Auskunft über die Zukunft geben? Welche Rolle spielen religiöse Prophezeiungen, wissenschaftliche Vorhersagen, künstlerische Perspektiven und heute auch Künstliche Intelligenz? Die Ausstellung verbindet historische Objekte mit zeitgenössischer Kunst und neuen medialen Erzählformen.
Zeitgenössische Kunst trifft historische Sammlung
Zu sehen sind Arbeiten von Thomas Duttenhoeffer, Barbara Dombrowski, Michael Triegel, Christoph Brech, Claudia Brieske und Helmut Kirchlechner. Ihre Werke treten in einen Dialog mit Objekten, Skulpturen, Gemälden und Handschriften von der Spätantike bis zum Barock aus der Sammlung des Museums.
„Jahrtausende lang haben Orakel, Seher*innen und Prophet*innen auf unsere existenziellen, religiösen oder politischen Fragen geantwortet, uns die Zukunft oder den göttlichen Willen enthüllt“, erklärt Kuratorin Christiane Ruhmann. Die Ausstellung wolle diese Überlieferungen zeitgenössischer Kunst und immersiven Inszenierungen gegenüberstellen und zugleich danach fragen, wem Menschen heute zutrauen, Antworten zu geben.
Dazu gehört auch die Frage nach der Rolle von Künstlicher Intelligenz. „Was bedeutet es, wenn wir uns heutzutage unsere Fragen mehr und mehr von der KI beantworten lassen – wer antwortet da eigentlich?“, so Ruhmann.
Von Kassandra bis zum Klimawandel
Zu den ausgestellten Werken gehört eine Eisenskulptur der Seherin Kassandra von Thomas Duttenhoeffer. In der griechischen Mythologie erkennt Kassandra die Zukunft, doch ihren Warnungen wird kein Glauben geschenkt. Ihr gegenüber steht eine Arbeit von Barbara Dombrowski aus dem Projekt „Tropic Ice_Dialog Between Places Affected by Climate Change“. Die Fotokünstlerin porträtierte indigene Menschen auf fünf Kontinenten, die besonders vom Klimawandel betroffen sind. In Paderborn werden fünf großformatige Fotoarbeiten im monatlichen Wechsel gezeigt.
Weitere historische Zeugnisse reichen von Orakelstäbchen aus dem 5. bis 9. Jahrhundert, die in westfälischen Frauengräbern gefunden wurden, bis zum Corveyer Evangeliar aus dem 9. Jahrhundert. Holzskulpturen zeigen Johannes den Täufer, während ein Tafelbild aus dem 15. Jahrhundert und zwei Holzschnitte von Lucas Cranach die Offenbarung des Johannes aufgreifen.
Diesen Werken werden unter anderem Gemälde des Leipziger Künstlers Michael Triegel gegenübergestellt, der sich mit antik-mythologischen und christlichen Stoffen auseinandersetzt.
Immersive Installation des storyLab kiU
Das storyLab kiU der Fachhochschule Dortmund hat für die Ausstellung eine mediale Bild- und Klangarbeit sowie eine raumgreifende immersive Inszenierung entwickelt. Das Labor mit Sitz im Dortmunder U beschäftigt sich mit neuen Formen des Erzählens und der kulturellen Vermittlung durch virtuelle Bild- und Klangwelten.
Ein zentraler Bestandteil ist eine „sibyllinische Höhle“, die als begehbarer Raum unterschiedliche Prophezeiungen zeitlich und räumlich überlagert. Besucherinnen und Besucher werden selbst Teil der Installation, können mit ihr interagieren und eigene Fragen auf Klebezetteln hinterlassen.
An Hörstationen zu ausgewählten Exponaten sind zudem überlieferte Prophezeiungen zu hören. Gesprochen werden sie von dem Kabarettisten Jochen Malmsheimer.
Auch Christoph Brech und Helmut Kirchlechner sind mit Arbeiten vertreten, die sich auf den ersten Korintherbrief des Apostels Paulus beziehen. Brechs Spiegelarbeit „Punto di Vista“ verändert Perspektiven abhängig vom Standpunkt der Betrachtenden. Darauf reagiert Kirchlechner mit seinen für die Ausstellung vor Ort geschaffenen „raumzeit(k)reisen“.
CONNECT # als experimentelles Ausstellungsformat
Der Generalvikar des Erzbistums Paderborn, Msgr. Dr. Michael Bredeck, bezeichnet CONNECT # als experimentelles Ausstellungsformat, das gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern aktuelle Themen auf kreative und spielerische Weise aufgreifen soll. Das Museum solle dabei zunehmend zu einem Ort für Teilhabe und Begegnung werden.
Mit „Prophezeiungen im Diözesanmuseum Paderborn“ verbindet das Museum damit historische Überlieferungen, Kunst und digitale Vermittlungsformen. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm.
Weitere Informationen gibt es unter www.dioezesanmuseum-paderborn.de.






