PETA fordert Hundeführerschein in Nordrhein-Westfalen

Tierrechtsorganisation reagiert auf tödlichen Beißvorfall in Schloß Neuhaus und fordert verpflichtende Sachkunde für Hundehalter

Paderborn. Nach einem tödlichen Beißvorfall in Schloß Neuhaus fordert PETA einen Hundeführerschein in Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben der Tierrechtsorganisation hatte ein größerer Hund am Samstagabend im Schloss- und Auenpark einen kleineren Artgenossen attackiert. Das verletzte Tier starb später beim Tierarzt.

© KI Symbolbild

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Eine 71-Jährige war gegen 18.15 Uhr mit ihrem Hund in der Parkanlage unterwegs, als es zu dem Angriff kam. Beim Versuch, die beiden Tiere zu trennen, wurden laut der Pressemitteilung sowohl die Frau als auch der 34-jährige Halter des angreifenden Hundes verletzt. Die Polizei bittet Zeuginnen und Zeugen, die Hinweise zu dem Geschehen geben können, sich unter Tel. 05251 3060 zu melden. PETA verweist zu dem Vorfall auf einen Medienbericht.

 

PETA fordert verpflichtende Sachkunde

Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA, sieht einen wesentlichen Ansatzpunkt bei der Sachkunde von Hundehalterinnen und Hundehaltern. Menschen müssten das Verhalten, die Signale und die Körpersprache ihrer Tiere richtig einschätzen können. Nach Auffassung der Organisation kann grundsätzlich jeder Hund bei falscher Haltung, Missverständnissen oder schlechter Behandlung eine Gefahr für Menschen oder andere Tiere darstellen.

Ein Hundeführerschein in Nordrhein-Westfalen soll nach Vorstellung von PETA dazu beitragen, das notwendige Wissen bereits vor der Aufnahme eines Hundes zu vermitteln. Vorgesehen wäre zunächst ein Theoriekurs zu tiergerechter Haltung, Kommunikation und den Bedürfnissen von Hunden. Anschließend sollen Halter und Hund gemeinsam ein obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule absolvieren.

Eine von PETA in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage aus dem August 2023 ergab nach Angaben der Organisation, dass sich 68 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen für einen verpflichtenden Hundeführerschein aussprechen.

Regelungen in anderen Bundesländern

In Niedersachsen ist ein allgemeiner Sachkundenachweis für Hundehalter seit Juli 2013 verpflichtend. Informationen dazu stellt das Land Niedersachsen zum Niedersächsischen Hundegesetz bereit. In Bremen gilt seit dem 1. Juli 2026 ebenfalls ein verpflichtender Hundeführerschein für Personen, die einen Hund aufnehmen möchten. Weitere Angaben dazu veröffentlicht die Senatorin für Inneres und Sport in Bremen.

Nach Angaben von PETA wurde zum 1. Juli 2026 auch in Österreich bundesweit ein verpflichtender Sachkundenachweis eingeführt. In Berlin sollen sich Halterinnen und Halter bereits seit dem 1. Januar 2017 bei der Aufnahme eines Hundes die notwendige Sachkunde aneignen. München und Mannheim setzen zudem steuerliche Anreize für einen bestandenen Hundeführerschein.

PETA sieht in einem verpflichtenden Sachkundenachweis außerdem eine Möglichkeit, unüberlegte Anschaffungen von Hunden zu reduzieren. Nach Angaben der Organisation landen jährlich 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen. Weitere Informationen zum Thema stellt PETA unter PETA.de/Themen/Hundeführerschein bereit.