AOK NordWest warnt vor schweren allergischen Reaktionen und gibt Hinweise für den Ernstfall
Bielefeld. Insektenstiche in Bielefeld haben im vergangenen Jahr bei 574 AOK-Versicherten eine ambulante Behandlung erforderlich gemacht. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest hervor. Die Krankenkasse warnt insbesondere vor allergischen Reaktionen sowie vor Stichen im Mund- und Rachenraum.
„Ein Insektenstich ist zwar schmerzhaft, juckt oder brennt, aber meist nicht weiter schlimm. Gefährlich wird es jedoch, wenn der Körper allergisch reagiert oder bei Stichen im Mund- und Rachenraum“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner. Insbesondere ein anaphylaktischer Schock könne lebensbedrohlich sein. Bei einer solchen Reaktion sollte umgehend der Notruf 112 verständigt werden. Nach Angaben der AOK sterben in Deutschland jährlich durchschnittlich 200 Menschen an einer anaphylaktischen Reaktion. Die tatsächliche Zahl könne höher liegen, weil ein Insektenstich nicht immer als Ursache erkannt werde.
Kühlen statt kratzen
Die meisten Insektenstiche sind harmlos. Typische Folgen sind Schmerzen, Juckreiz, Rötungen, kleine Quaddeln oder Schwellungen. Die AOK empfiehlt, die betroffene Stelle nicht zu kratzen, sondern vor allem zu kühlen. Als Hausmittel werden unter anderem Quarkpackungen oder das Einreiben mit einer Zwiebel genutzt. Bei stärkeren Beschwerden können ein Antihistaminikum oder eine cortisonhaltige Salbe aus der Apotheke helfen.
Vorsicht ist geboten, wenn durch Kratzen Bakterien in tiefere Hautschichten gelangen. Dadurch kann sich eine stärkere Infektion entwickeln, die im Einzelfall mit einem Antibiotikum behandelt werden muss. Bei einer zunehmenden und länger anhaltenden geröteten Schwellung sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.
Allergische Reaktionen können lebensbedrohlich werden
Bei Menschen mit einer Insektengiftallergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte Eiweißbestandteile des jeweiligen Gifts. Besonders häufig lösen nach Angaben der AOK Bienen- und Wespenstiche allergische Reaktionen aus. Ein Bienenstich führt demnach häufiger zu schweren Symptomen als ein Wespenstich.
Örtliche Reaktionen wie Schwellungen, Rötungen und starker Juckreiz können sich innerhalb von Sekunden entwickeln. Bei einer allergischen Reaktion des gesamten Körpers sind unter anderem Schweißausbrüche, Schwindel, Übelkeit und Herzrasen möglich. Kommen Kreislaufreaktionen, asthmatische Beschwerden, Schwellungen der oberen Atemwege, starke Luftnot oder Bewusstlosigkeit hinzu, kann ein anaphylaktischer Schock vorliegen. Dieser erfordert eine notfallärztliche Versorgung. Im Extremfall kann eine Insektengiftallergie zu einem Atem- und Herz-Kreislauf-Stillstand führen.
Menschen mit einer bekannten Allergie sollten sich ärztlich beraten lassen, ihr verordnetes Notfallset stets bei sich tragen und mit dessen Anwendung vertraut sein. Die Zahlen zu Insektenstichen in Bielefeld zeigen nach Angaben der AOK zugleich, dass im Sommer regelmäßig medizinische Behandlungen nach Stichen notwendig werden.
Besondere Gefahr bei Stichen im Mund und Rachen
Besonders gefährlich sind Wespen- oder Bienenstiche im Mund- und Rachenraum. In diesem Fall sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht und bei zunehmender Atemnot der Notruf 112 gewählt werden. Wenn möglich, empfiehlt die AOK, den betroffenen Bereich sofort von innen und außen zu kühlen. Geeignet sind kalte Umschläge oder ein in ein Handtuch gewickelter Kühlbeutel mit Eiswürfeln. Auch das Lutschen von Eiswürfeln kann helfen, einer Schwellung entgegenzuwirken.
Quelle: AOK







