Eine grüne und lebendige Oase mitten in der Stadt

PaderbornDas umgestaltete und nun mehrfach ausgezeichnete Mittlere Paderquellgebiet wurde im April 2019 fertiggestellt. Seitdem hat sich viel getan. Nicht nur die städtebaulichen Umgestaltungsmaßnahmen, die im Rahmen des „Nationalen Projektes des Städtebaus“ diesen Stadtraum mit neuem Leben gefüllt haben, auch die hier durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen der Paderquellarme im Rahmen der EG-Wasserrahmenrichtlinie brachten eine ökologische Aufwertung von besonderer Qualität: eine natürlich-dynamische und wertvolle Wasserlandschaft hat sich entwickelt. Viele quelltypische Pflanzen und Tiere haben das Mittlere Paderquellgebiet im Herzen der Stadt wieder besiedelt.

Die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke (rechts) freut sich zusammen mit der Landschaftsökologin Lea Heinrichsdorff (Amt für Umweltschutz und Grünflächen der Stadt Paderborn) über die positive ökologische Entwicklung an der renaturierten Pader und ihren Quellen. Zum Schutz der dort lebenden Pflanzen- und Tierarten haben sie Hinweisschilder aufstellen lassen. Foto: © Stadt Paderborn

Die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke (rechts) freut sich zusammen mit der Landschaftsökologin Lea Heinrichsdorff (Amt für Umweltschutz und Grünflächen der Stadt Paderborn) über die positive ökologische Entwicklung an der renaturierten Pader und ihren Quellen. Zum Schutz der dort lebenden Pflanzen- und Tierarten haben sie Hinweisschilder aufstellen lassen. Foto: © Stadt Paderborn

Im Rahmen eines regelmäßig stattfindenden Monitorings wurde der Tier- und Pflanzenbestand erfasst und dokumentiert. Das beauftragte Büro NZO GmbH unter der Leitung von Ralf Kloke ist sehr zufrieden mit der Entwicklung und bestätigt eine gute ökologische Qualität der innerstädtischen Quellen und Paderquellarme. Schon wenige Monate nach Bauabschluss befanden sich bereits mehr als 2.000 Fische im Mittleren Paderquellgebiet. Die Erhebung des Fischbestandes ergab, dass Bachforelle, Koppe, Äsche, Dreistachliger Stichling, vereinzelt auch Aal und Flussbarsch das Mittlere Paderquellgebiet besiedeln. Durch die Entfernung von naturfernen betonierten Gerinnen, Sohlen und Staustufen sowie die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Pader im Mittleren Paderquellgebiet konnte sich der Lebensraum deutlich verbessern. Zahlreiche Kleinlebewesen haben nun wieder die Chance sich im Gewässer der Pader anzusiedeln und fühlen sich insbesondere in den Quelltöpfen besonders wohl. Sie stellen eine wichtige Nahrungsquelle für Fische und Fließgewässer-typische Vogelarten dar.

Diese innerstädtische wertvolle Naturressource gilt es zu schützen. Ein errichteter Steg in der Mitte des Mittleren Paderquellgebiets soll allen Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit bieten, einen behutsamen Einblick in den typischen Lebensraum besonderer Tier- und Pflanzengemeinschaften zu erhalten und die Quelllandschaft der Pader erlebbarer machen. Seitens der Stadt ist es nicht vorgesehen, dass die Wege verlassen werden und sich Trampelpfade in dieser sensiblen Auenlandschaft bilden, die diese Naturräume zerstören. Aufgrund einiger Vorkommnisse und zum Schutz der dort lebenden Pflanzen- und Tierarten wurden nun dort Hinweisschilder aufgestellt. „Ebenso wie die Paderseeumflut, zeigt auch das Mittlere Paderquellgebiet, dass eine naturnahe Entwicklung von Fließgewässern auch im verdichteten, urbanen Raum möglich ist. Mitten in unserer Stadt entwickelt sich ein ökologischer Schatz!“, betont die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke.

Die aktuellen Untersuchungen haben gezeigt, dass das umgestaltete Mittlere Paderquellgebiet bereits nach etwa einem Jahr große Bedeutung für die Biodiversität in Paderborn hat. Die natürliche Entwicklung der Paderarme und ihrer Auen wird den Wert für den Naturschutz auch künftig weiter erhöhen.
Im Gegensatz zur freien Landschaft wird jedoch die Vegetationsentwicklung im Mittleren Paderquellgebiet auch zukünftig sanft gelenkt, um Naturschutz und berechtigte Freizeitinteressen der Bevölkerung nebeneinander zu ermöglichen.

Die Ergebnisse des Monitorings sowie weitere Informationen sind auf der Webseite www.paderborn.de/gewaesser nachzulesen.