NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen besucht Baumschule in Meckenheim und informiert sich über die Bedeutung von Bäumen für klimaangepasste Städte.
Meckenheim. Mit Beginn der Herbstpflanzzeit herrscht in den nordrhein-westfälischen Baumschulen Hochbetrieb. Bäume und Gehölze werden gerodet, für den Transport vorbereitet und an ihre neuen Standorte gebracht. Sie sollen künftig in Städten und Gemeinden Schatten spenden und zur Abkühlung beitragen. Wie die Betriebe in die neue Saison starten, hat sich NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen bei einem Besuch der Baumschule Ley in Meckenheim angesehen.

Im Quartier der Baumschule Ley: v. l. Jonathan Grunwald MdL, NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen, Christoph Dirksen, Bürgermeister Schnieber und Christin Haack neben einem bereits gerodeten und versandfertigen Baum. © Landesverband Gartenbau
Der vergangene Hitzesommer mit Rekordtemperaturen hat erneut gezeigt, wie stark sich Städte und Gemeinden aufheizen können. Bäume und Grünflächen spielen deshalb eine wichtige Rolle bei der Klimaanpassung. Die dafür benötigten Pflanzen wachsen in den Baumschulen. Dort werden sie teilweise über mehrere Jahre kultiviert, bevor sie an ihren endgültigen Standort kommen.
Bei ihrem Besuch wurde die Ministerin von Christoph Dirksen, Geschäftsführer der Baumschule Ley und Vorsitzender des Baumschulverbandes Nordrhein-Westfalen, durch den Betrieb geführt. Er erläuterte die Kultivierung der Bäume sowie die Abläufe bei der Rodung, Vorbereitung und Auslieferung.
Bäume für die Städte von morgen
Christoph Dirksen betonte die langfristige Bedeutung der Baumschulwirtschaft für die Klimaanpassung. „Wenn wir unsere Städte an steigende Temperaturen anpassen wollen, brauchen wir mehr Grün und vor allem die richtigen Bäume am richtigen Standort. Diese Bäume stehen aber nicht von heute auf morgen zur Verfügung. Unsere Betriebe produzieren sie über Jahre. Klimaanpassung und Hitzeschutz beginnen hier in der Baumschule“, erklärte er.
Der Herbst sei für viele Gehölze eine geeignete Pflanzzeit. Die Pflanzen befänden sich jetzt in einer Ruhephase, während der Boden noch warm sei. Zusammen mit der feuchten Herbstwitterung begünstige dies die Wurzelbildung. Dadurch könnten die Bäume im Frühjahr mit einem Wachstumsvorsprung in die neue Vegetationsperiode starten.
Beim Rundgang begleitete Silke Gorißen einen Feldahorn vom Anbau bis zur Versandvorbereitung. Dabei beteiligte sie sich auch an der Rodung und Verladung des Baumes.
Die Ministerin unterstrich die Bedeutung der Branche für die grüne Infrastruktur und die regionale Wirtschaft. „Nordrhein-Westfalen ist als Gartenbauland bundesweit spitze und die Baumschulwirtschaft ist dabei für die grüne Infrastruktur und als regionaler Wirtschaftsfaktor von sehr großer Bedeutung“, sagte Gorißen.
Die Baumschulen leisteten mit dem Anbau von Bäumen und Sträuchern einen wichtigen Beitrag für Gärten, Städte, Landschaften und die Biodiversität. Angesichts des Klimawandels seien Gehölze gefragt, die an die jeweiligen Standorte angepasst sind. Das Land unterstütze deshalb praxisnahe Untersuchungen zu Zukunftsbäumen sowie Innovationen bei Digitalisierung und künstlicher Intelligenz im Gartenbau und in der Landwirtschaft.
Breites Sortiment und langfristige Planung
Das Sortiment der Baumschulen reicht von Straßen- und Parkbäumen über Obstgehölze bis hin zu Hecken und Koniferen. Zu den Abnehmern gehören Garten- und Landschaftsbaubetriebe, Kommunen, Gartencenter und Privatkunden.
Da die Kultivierung geeigneter Bäume mehrere Jahre dauert, müssen die Betriebe frühzeitig planen. Welche Arten und Sorten künftig benötigt werden, hängt unter anderem von den Anforderungen der Kommunen und der Landschaftsgestaltung ab.
Dirksen wies darauf hin, dass die Anpassung der Städte an den Klimawandel bereits lange vor der eigentlichen Pflanzung beginnen müsse. „Wer in einigen Jahren mehr Bäume pflanzen will, muss heute dafür sorgen, dass diese Bäume produziert werden können. Dafür brauchen unsere Betriebe nicht nur Fläche, Wasser und Arbeitskräfte, sondern vor allem Planungssicherheit durch verlässliche Rahmenbedingungen“, sagte er.
Bis ins Frühjahr hinein liefern die Baumschulen Bäume und Gehölze aus. Solange der Boden nicht gefroren ist, können viele Gehölze gepflanzt werden. Die Pflanzen, die jetzt die Betriebe verlassen, sollen künftig an zahlreichen Orten in Nordrhein-Westfalen für mehr Grün und Schatten sorgen.
Nordrhein-Westfalen als bedeutendes Baumschulland
Nordrhein-Westfalen gehört zu den wichtigsten Baumschulländern Deutschlands und liegt bei der Anbaufläche bundesweit auf dem zweiten Platz. Im Jahr 2025 bewirtschafteten die Baumschulbetriebe im Land rund 3.230 Hektar.
Der Baumschulverband Nordrhein-Westfalen im Bund deutscher Baumschulen vertritt die Interessen von rund 120 Baumschulbetrieben im Land. Er bündelt die Anliegen der Branche gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit, begleitet fachliche Entwicklungen und unterstützt seine Mitglieder mit Informationen, Veranstaltungen und Weiterbildungsangeboten.





