AOK-Auswertung zählt 7.142 Fehltage und warnt vor den gesundheitlichen Folgen regelmäßigen Alkoholkonsums.
Bielefeld. Alkoholprobleme in Bielefeld haben im Jahr 2025 bei AOK-Versicherten zu 7.142 Fehltagen geführt. Im Jahr 2024 waren es 5.886 Ausfalltage, wie eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest zeigt. Die Krankenkasse weist darauf hin, dass die tatsächliche Zahl höher liegen könnte, weil Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Übelkeit unter anderen Diagnosen erfasst werden können.

Alkoholkonsum schädigt die Wirtschaft in Bielefeld. Dadurch gingen im vergangenen Jahr 7.142 Arbeitstage bei AOK-Versicherten verloren. Das waren mehr als noch in 2024 mit 5.886 Ausfalltagen.
© Foto: AOK/Colourbox/hfr.
„Der regelmäßige Alkoholkonsum ist einer der wesentlichen Risikofaktoren für zahlreiche chronische Krankheiten“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner. Alkohol sei gesellschaftlich fest verankert und werde häufig als harmloser Genuss angesehen.
Alkoholverzicht kann Körper und Psyche entlasten
Nach Angaben der AOK kann bereits eine zeitweilige Abstinenz zu einem bewussteren Umgang mit Alkohol beitragen. Ein vorübergehender Verzicht könne unter anderem dem Herz-Kreislauf-System, dem Magen und der Leber zugutekommen. Zudem könne er sich positiv auf Schlaf, Blutdruck, Konzentrationsfähigkeit, Körpergewicht und Immunsystem auswirken sowie das Krebsrisiko mindern.
Die AOK bezeichnet Alkohol als Zellgift, das grundsätzlich alle Organe schädigen könne. Da das Gehirn bis zum Alter von 25 Jahren reift, könne Alkoholkonsum in dieser Phase besonders schwerwiegende Folgen für die Bildung und Verknüpfung von Nervenzellen haben. Eine Abhängigkeit könne außerdem Gesundheit, Psyche, soziale Beziehungen und berufliche Perspektiven erheblich beeinträchtigen.
Zu den kurzfristigen Folgen des Alkoholkonsums zählen laut AOK ein erhöhtes Risiko für Unfälle, Verletzungen und Gewalt. Langfristig könne Alkohol unter anderem die Entstehung von Brust- und Dickdarmkrebs, Bluthochdruck sowie Lebererkrankungen begünstigen. Besonders riskante Trinkmengen und Rauschtrinken verringerten die Lebensqualität und erhöhten das Krankheitsrisiko.

Oft wird auch in Bielefeld einfach unbedacht zu promillehaltigen Getränken gegriffen. Deshalb ist es wichtig, ab und zu die eigenen Trinkgewohnheiten zu hinterfragen.
© Foto: AOK/Colourbox/hfr.
Fachstellen empfehlen möglichst wenig Alkohol
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) weist darauf hin, dass es keine risikofreie Menge für einen unbedenklichen Alkoholkonsum gibt. Sie empfiehlt deshalb, möglichst auf alkoholische Getränke zu verzichten. Wer dennoch Alkohol trinkt, sollte vor allem hohe Mengen vermeiden.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stuft einen Konsum von maximal ein bis zwei Gläsern Wein (280 ml) oder maximal ein bis zwei kleinen Flaschen Bier (660 ml) pro Woche als risikoarm ein. Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende sollten vollständig auf Alkohol verzichten.
Die gestiegenen Fehltage durch Alkoholprobleme in Bielefeld nimmt die AOK zum Anlass, für eine kritischere Auseinandersetzung mit alltäglichen Trinkgewohnheiten zu werben. Nach Ansicht der Krankenkasse tragen auch Aussagen wie „Nach dem stressigen Tag habe ich eine schöne Flasche Wein aufgemacht“ oder „Trink doch ein Bier mit, sei nicht so ungemütlich“ dazu bei, die Risiken des Konsums herunterzuspielen.





