Kinder und Erwachsene können im Archäologiepark Höxter Bienen aus nächster Nähe beobachten, Honig direkt aus der Wabe probieren und bei Workshops mehr über das Leben im Bienenstaat erfahren.
Höxter. Im Imkergarten im Archäologiepark Höxter können Kinder und Erwachsene Bienen so nah erleben wie nur selten: Sie schauen gemeinsam mit erfahrenen Imkern in die Bienenkästen, probieren Honig direkt aus der Wabe und erfahren, wie ein Bienenvolk organisiert ist. „Wir haben extra ganz besonders friedliche Völkchen ausgewählt“, erklärt Hubert Otto.

Leo leckt Honig: Der Knirps darf bei Imker Hubert Otto direkt aus der Wabe schlecken. Foto © Huxarium Gartenpark Höxter
Ob bei Kindergeburtstagen, mit der Schulklasse oder bei einem Wachs-Workshop für Erwachsene: Der zur Landesgartenschau entstandene Imkergarten ist bis heute Heimat mehrerer Bienenvölker und ein besonderer Natur-Lernort. „Spätestens, wenn ich den Kindern eine Wabe voll mit 1.500 Bienen in die Hand drücke, sind die mucksmäuschenstill“, sagt der 70-jährige Höxteraner.
Wenn Schulklassen, Kita-Gruppen oder Geburtstagsgäste kommen, werden sie zunächst mit der entsprechenden Schutzausrüstung ausgestattet, bevor sie sich den stachelbewehrten Tieren nähern. Hubert Otto nennt das „Lernen am lebenden Objekt“. Im Bienenschleier dürfen die Kinder schätzen, wie viel Honig in einer einzigen Wabe steckt. „Und die sind dann total erstaunt, dass daraus zwei Kilo gewonnen werden können.“

Nachwuchs-Imker Jasper und Lina Valentin haben überhaupt keine Berührungsängste. Auch Besucher können den Bienenvölkern im Gartenpark ganz nahekommen. Foto © Huxarium Gartenpark Höxter
Im Imkergarten im Archäologiepark Höxter erfahren Besucherinnen und Besucher außerdem, wie ein straff organisierter Bienenstaat funktioniert – etwa welche Aufgaben Drohnen, Arbeiterinnen und Königinnen übernehmen. „Wir sehen Eier, Maden und mit Glück auch die Königin“, berichtet Hubert Otto. Die Imker bieten Kurse im Bunten Klassenzimmer zum Leben der Biene an und führen auch Gruppen von Erwachsenen durch den blühenden Garten mit seinem charakteristischen wabenförmigen Pflaster.
Angelegt wurde der Garten zur Landesgartenschau 2023 mit „gigantisch viel“ Eigenleistung. „Material und Maschinen wurden uns damals von Baufirma Nolte gestellt, dafür waren wir natürlich sehr dankbar“, erinnert sich Hubert Otto. Die Zeit vor und während der Landesgartenschau sei für den Kreisimkerverein sehr arbeitsintensiv gewesen. „Hier war eigentlich nur eine gepflügte Fläche, die früher Teil des alten Sägewerks war. Wir haben daraus diesen besonderen Bienen-Garten gemacht, den wir bis heute ehrenamtlich pflegen und unterhalten.“ Mit Martin Bieber und Martina Kleinbömer waren unter den Imkern auch zwei ausgebildete Landschaftsplaner mit dem nötigen Know-how.
Ein halbes Jahr lang standen die Imker 2023 fast täglich den Gartenschau-Gästen Rede und Antwort. Ihr Garten wurde zu einem echten Besuchermagneten. „Ich habe mich im Nachhinein geärgert, dass wir den geplanten Personenzähler am Eingang doch nicht eingebaut haben. Aber die Resonanz war toll. Wir haben damals allein 28.000 Probierlöffel verbraucht.“ Besonders in Erinnerung blieb ein Tag während der Landesgartenschau, als sich ein Bienenvolk unverhofft teilte und eine Hälfte ausschwärmte. „Die Bienentraube im Baum – das war natürlich die Attraktion.“ Eingefangen wurde das Volk in einem Strohkorb, der anschließend als Anschauungsobjekt diente.
Bis heute bieten die Imker im Höxteraner Archäologiepark ein faszinierendes Naturerlebnis rund um die fleißigen Nektar- und Pollensammlerinnen. Wie viel Arbeit hinter Honig steckt, beschreibt Hubert Otto mit einem bekannten Spruch: „Dreimal um die Erde für ein Glas Honig.“
Neu ist die Möglichkeit, mit den Imkern im Archäologiepark Höxter einen außergewöhnlichen Kindergeburtstag rund um die Honigbiene zu feiern. „Auf Wunsch rollen oder gießen wir Kerzen, werden mit Wachs kreativ oder stellen Frischhaltetücher mit Bienenwachs her“, berichtet Hubert Otto. Ein ähnliches Programm bieten die Imker auch im Rahmen der Workshops des Huxariums für Erwachsene an. Der nächste Termin ist am 28. Juni 2026 um 13 Uhr. Die Kosten betragen 19 Euro zuzüglich Material; der Workshop ist online buchbar.
Individuelle Termine bei den Imkern können über den Huxarium Gartenpark Höxter vereinbart werden. Informationen dazu gibt es bei Gizem Cevik per E-Mail an g.cevik@hoexter.de oder telefonisch unter 0 52 71/963 40 51.
Dank Schaukästen und Tafeln ist der Bienengarten im Archäologiepark auch ohne Betreuung ein informativer Ort, der täglich zu den Öffnungszeiten besichtigt werden kann. Kinder unter 18 Jahren haben im Geschichtspark nahe des Welterbes Corvey freien Eintritt. Familien können den Besuch bei den Bienen zudem mit dem großen Spielplatz, dem Archäologie-Sandkasten, Hörspielen zum Leben im Mittelalter oder einem virtuellen Tablet-Rundgang durch Gebäude der versunkenen Stadt verbinden.





