Sonderausstellung „Die Macht der Regeln!“ zeigt ungewöhnliche Prüfungshilfe und thematisiert Regelbrüche im Alltag
Lichtenau-Dalheim. Die Spickeruhr aus den 1950er Jahren gehört zu den ungewöhnlichen Exponaten der Sonderausstellung „Die Macht der Regeln! Zwischen Freiheit und Kontrolle“ im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur in Lichtenau-Dalheim. Zum Schulstart macht der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) auf die kuriose Prüfungshilfe aufmerksam.
Statt eines klassischen Zifferblatts verbirgt sich in der Uhr ein handgeschriebener Spickzettel auf einer drehbaren Rolle. Die unauffällige Hilfe am Handgelenk ist eine Leihgabe des Nürnberger Schulmuseums und derzeit in der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur zu sehen.
Regelbruch als Ausstellungsthema
Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Frage, warum Menschen Regeln aufstellen, befolgen und brechen. Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky verweist darauf, dass Regelbrüche im Alltag sowohl vom Reiz des Verbotenen als auch von persönlichen Vorteilen geprägt sein können. Der klassische Spickzettel sei dafür ein anschauliches Beispiel: Seine Vorbereitung erfordere Kreativität, Geschick und die Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsstoff.
Spicken und Schummeln gelten an Schulen und Universitäten als unerlaubter Täuschungsversuch und können erhebliche Folgen haben, bis hin zum Nichtbestehen einer Prüfung. Grabowsky weist zugleich darauf hin, dass die rechtliche Bewertung eines Regelbruchs nicht immer mit der persönlichen Einschätzung übereinstimmt. Damit berühren Regelverstöße auch die Frage, welches Verhalten gesellschaftlich als akzeptabel angesehen wird.
Ausstellung bis Mai 2027
Die Spickeruhr aus den 1950er Jahren ist Teil einer Schau, die Regeln aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Anhand ungewöhnlicher Objekte und anschaulicher Geschichten geht die Ausstellung der Frage nach, wie Regeln den Alltag prägen und wo die Grenze zwischen Freiheit und Kontrolle verläuft.
„Die Macht der Regeln! Zwischen Freiheit und Kontrolle“ ist noch bis zum 30. Mai 2027 in der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur zu sehen.






