Frühblüher wie Hasel und Erle sind bereits in der Luft – Fachleute warnen vor einer früheren Pollensaison und raten zur rechtzeitigen Behandlung.

Jetzt beginnt wieder die Leidenszeit für Allergiker in Bielefeld. Mit den derzeit steigenden Temperaturen fliegen bereits die ersten Pollen. Foto: AOK/Colourbox/hfr.
Bielefeld. Für viele Betroffene beginnt jetzt wieder eine besonders belastende Zeit: Niesattacken, Schnupfen sowie tränende und gerötete Augen bis hin zu Atembeschwerden treten verstärkt auf. Grund ist unter anderem der Klimawandel, der mit steigenden Temperaturen dazu beiträgt, dass Pflanzen immer früher im Jahr mit ihrem Wachstum beginnen.
„Die Pollensaison ist bereits in vollem Gange. Hasel, Erle, Pappel, Weide und Ulme werden schon jetzt an windigen Tagen in teils großen Mengen durch die Luft getragen und machen vielen Allergikern zu schaffen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner (Bielefeld, 03.03.2026).
Klimawandel und früher Pollenflug: Fachleute des Deutschen Polleninformationsdienstes (PID) warnen, dass der Klimawandel auch den Start des Pollenfluges beeinflusst. Dieser beginne jedes Jahr früher und habe bereits jetzt begonnen. Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigen am Beispiel der Hasel, dass sich der Blühbeginn seit 1951 um etwa einen Monat verfrüht hat. Es ist davon auszugehen, dass sich die Pollensaison durch den fortschreitenden Klimawandel weiter nach vorn verschiebt – bei gleichzeitig steigenden Allergiker-Zahlen.
Achtung „Etagenwechsel“: Wer eine Pollenallergie hat, sollte Beschwerden nicht aussitzen. „Eine Pollenallergie sollte rechtzeitig behandelt werden. Andernfalls kann es zu einem sogenannten ‚Etagenwechsel‘ kommen, bei dem sich ein Asthma entwickelt oder weitere Allergien hinzukommen“, rät Wehmhöner.
Allergie-Test bringt Klarheit: Zur Diagnose stehen verschiedene Allergietests zur Verfügung. Am häufigsten wird der Prick-Test eingesetzt: Dabei bringt der Facharzt (Allergologe) mehrere Allergenextrakte auf beziehungsweise in die Haut. Zeigt sich eine Reaktion, kann das ein Hinweis auf eine Allergie sein. Die Therapie gliedert sich in Allergenkarenz, eine medikamentöse Behandlung und die spezifische Immuntherapie.
Schutz im Alltag: Nach Informationen des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) kann das Tragen von OP- oder FFP2-Masken während der Pollenzeit zusätzlich helfen, den Pollenkontakt zu minimieren. Kopftücher oder Schirmkappen schützen die Haare, dicht abschließende Sonnenbrillen die Augen. Für einen ruhigeren Schlaf kann es außerdem sinnvoll sein, abends die Haare zu waschen.
Mehr Informationen: Tipps rund um Allergien bietet die AOK NordWest unter www.aok.de/nw (Rubrik „Gesundes Leben“). Aktuelle Pollenflugdaten gibt es beim Deutschen Wetterdienst (DWD) unter www.dwd.de/pollenflug sowie bei Wetterdiensten wie www.wetteronline.de. Pollenflug-Apps ermöglichen zudem individuelle Vorhersagen für bestimmte Allergene am jeweiligen Aufenthaltsort.
Quelle: AOK




