Flipper-Restaurierung an der HSBI: Studierende sichern altes Wissen

Interdisziplinäres Team am Campus Minden entwickelt technische Dokumentation für einen Flipper aus den 1970er-Jahren

Minden. Die Flipper-Restaurierung an der HSBI zeigt, wie sich Wissen über den Betrieb, die Wartung und die Instandsetzung älterer Maschinen langfristig sichern lässt. Studierende der Hochschule Bielefeld (HSBI) haben am Campus Minden einen Flipper aus den 1970er-Jahren instandgesetzt und dazu eine umfassende technische Dokumentation erstellt.

Hochschule Bielefeld (Symbolbild) © Jürgen Riedel OWLj

Hochschule Bielefeld (Symbolbild) © Jürgen Riedel OWLj

Das Projekt entstand im Rahmen des „Praxisprojekts Angewandte Wissenschaft“ (PAW) von Prof. Dr. Vanessa Uhlig-Andrae. Die Professorin für Fertigungstechnik griff dabei eine Frage auf, die auch für Unternehmen relevant ist: Wie lässt sich Wissen über ältere Maschinen und Anlagen erhalten, wenn erfahrene Mitarbeitende ausscheiden?

Die PAWs gehören zum festen Programm der praxisintegrierten Bachelorstudiengänge Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen. Die Studierenden verbinden dabei theoretische Kenntnisse aus dem Studium mit ihren Erfahrungen aus den Unternehmen.

Flipper „Four Million B.C.“ als Praxisobjekt

Im Mittelpunkt der Flipper-Restaurierung an der HSBI stand das Modell „Four Million B.C.“ des Herstellers Bally aus den 1970er-Jahren. Zu Beginn untersuchte das Team, welche Unterlagen noch vorhanden waren und welche Bauteile nicht mehr funktionierten. Ein alter Schaltplan befand sich noch im Gerät, war allerdings beschädigt. Eine vollständige Version fanden die Studierenden später online.

Der historische Schaltplan stellte das Team vor weitere Herausforderungen: Er war nach damaligen US-amerikanischen Standards erstellt worden und verwendete entsprechende Bezeichnungen und Symbole. Die Studierenden entwickelten deshalb einen neuen Schaltplan nach modernen europäischen Standards. Ziel war eine übersichtliche Dokumentation, die Wartung und zukünftige Fehlersuche erleichtert.

Auch technisch wurde der Flipper umfassend überprüft. Die Studierenden testeten unter anderem die einzelnen Spulen und Kontakte. Wackelkontakte wurden behoben, ein defekter Netz-Entstörfilter musste ausgetauscht werden. Parallel entstanden ein Wartungsplan, eine Anleitung zur Fehlerbehebung, eine Stückliste sowie eine normgerechte Risikobeurteilung.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit im Studium

An dem Projekt arbeiteten Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen. Zur Gruppe gehörten Miguel-Daniel Keller, Fynn Seidens, Mohammad Sadeq Mirzad, Niklas Meyer, Florian Steiner, Nathan Becker und Fin Reichwage. Nach Angaben der Beteiligten konnten die unterschiedlichen fachlichen Perspektiven von Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen gezielt in die Arbeit einfließen.

Neben der technischen Instandsetzung erhielt der Flipper auch eine optische Überarbeitung mit Lack und Dino-Bildern. Das restaurierte Gerät soll künftig seinen festen Platz am Campus Minden erhalten und dort weiterhin von Studierenden genutzt werden.

Weiteres Bildmaterial und Informationen stellt die Hochschule Bielefeld unter www.hsbi.de bereit.