Historische Stromkästen erzählen Isselhorster Geschichte

Gütersloh Marketing erweitert Kunstprojekt um Motive der ehemaligen Brennerei Elmendorf und des Elmendorfer Fasses

Gütersloh-Isselhorst. Zwei neu gestaltete Stromkästen im Gütersloher Stadtteil Isselhorst erinnern seit Mitte Oktober an bedeutende Kapitel der örtlichen Geschichte. Gütersloh Marketing (gtm) hat sein Projekt „Historische Stromkästen“ fortgesetzt und weitere Standorte künstlerisch gestalten lassen. Die neuen Motive zeigen die ehemalige Brennerei Elmendorf und das sogenannte Elmendorfer Fass.

Foto: Gütersloh Marketing

Die neu gestalteten Stromkästen in Isselhorst greifen die Geschichte des Stadtteils auf. Foto: Gütersloh Marketing

Ziel des Projekts ist es, historische Besonderheiten und das kulturelle Erbe des Stadtteils im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Für die Umsetzung arbeitete Gütersloh Marketing mit dem Heimatverein Isselhorst und dem Künstlerduo MeraDookie zusammen. Der Heimatverein unterstützte die Recherche historischer Vorlagen. Die Künstler Nils Neumeyer und Lukas Kröger interpretierten die Motive und übertrugen sie in eine zeitgemäße Gestaltung.

Stromkasten erinnert an die Brennerei Elmendorf

An der Haller Straße 94 zeigt ein neu gestalteter Stromkasten die ehemalige Brennerei Elmendorf. Der Betrieb prägte über mehrere Jahrhunderte die wirtschaftliche Entwicklung Isselhorsts. Bereits 1689 begann an diesem Standort die Herstellung von Kornbranntwein.

Die Geschichte der Brennerei ist eng mit der Familie Elmendorf verbunden. Unter Ernst Friedrich Elmendorf entwickelte sich das Unternehmen zu einem bedeutenden Arbeitgeber vor Ort. Mit dem Wegfall des Branntweinmonopols verlor der traditionsreiche Betrieb jedoch seine wirtschaftliche Grundlage. Im Jahr 2001 wurde die Brennerei schließlich geschlossen.

Heute befindet sich auf dem ehemaligen Betriebsgelände die Manufaktur des Brillenherstellers Markus T. Mit dem künstlerisch gestalteten Stromkasten bleibt ein Teil der industriellen Vergangenheit des Stadtteils im öffentlichen Raum präsent. Die Genehmigung für die Gestaltung an der Haller Straße 94 erteilte die Telekom.

Elmendorfer Fass als weiteres historisches Motiv

Ein zweiter Stromkasten an der Haller Straße 104 widmet sich dem sogenannten Elmendorfer Fass. Das große Holzfass mit seiner aufwendig geschnitzten Schaufassade wurde 1898 von der Küferei Dammeyer gefertigt.

Mehr als 100 Jahre lang gehörte das Elmendorfer Fass zu den bekanntesten Attraktionen Isselhorsts. Das neue Kunstmotiv greift diese Geschichte auf und macht sie für Passanten sichtbar. Die Stadt Gütersloh und die Netzgesellschaft genehmigten die künstlerische Gestaltung des Stromkastens.

Kunstprojekt startete 2024 in der Gütersloher Innenstadt

Das von Gütersloh Marketing initiierte Projekt „Historische Stromkästen“ begann im Jahr 2024. Damals wurden sieben Stromkästen im Bereich der Gütersloher Innenstadt mit historischen Motiven gestaltet. Mit den beiden neuen Arbeiten in Isselhorst wird die Initiative nun auf einen weiteren Stadtteil ausgeweitet.

„Wir freuen uns, das Projekt nun in Isselhorst fortführen zu können. Dank des engagierten Einsatzes des Heimatvereins Isselhorst und der kreativen Ideen des Künstlerduos MeraDookie machen die zwei neu gestalteten Stromkästen auf künstlerische Weise auf das kulturelle Erbe Isselhorsts aufmerksam“, erklärt Clara Abelmann, Leiterin des City- und Tourismusmanagements bei Gütersloh Marketing.

Mit dem Projekt sollen bekannte Orte und historische Zusammenhänge aus einer neuen Perspektive betrachtet werden können. Die gestalteten Stromkästen verbinden Kunst im öffentlichen Raum mit der Geschichte des Stadtteils und machen diese im Alltag sichtbar.