Projekt „Bielefeld 1850 – 1920“ soll Stadtgeschichte mit Augmented Reality erlebbar machen
Bielefeld. Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling hat am Mittwoch, 23. September 2026, einen Förderbescheid über bis zu 180.000 Euro für das Projekt „Bielefeld 1850 – 1920: Zeitreise in die Vergangenheit“ übergeben. Das Bielefelder Stadtmarketing begrüßte Bölling dazu in der Wissenswerkstadt. Empfänger des Förderbescheids ist die Bielefeld Marketing GmbH.
Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie. Bis September 2027 soll eine immersive Augmented-Reality-Tour durch die Bielefelder Innenstadt entstehen.
Im Mittelpunkt steht die industriegeschichtliche Entwicklung Bielefelds. Die Tour beschäftigt sich unter anderem mit der Leineweber- und Textilindustrie sowie der Gründungsgeschichte des Unternehmens Dr. Oetker.
Historische Orte digital erleben
Mithilfe von AR-Technologie sollen sogenannte „Hidden Places“ als 3D-Objekte sichtbar werden. Dabei handelt es sich um Orte und Gebäude, die im heutigen Stadtbild teilweise unauffällig sind oder nicht mehr existieren. Historische Gebäude sollen virtuell rekonstruiert werden, zudem sollen virtuelle Personen Einblicke in das Leben vergangener Zeiten geben.
Eine zentrale Station der Tour ist die Wissenswerkstadt Bielefeld. Dort soll eine „Zeitkapsel“ die Teilnehmenden in die Vergangenheit zurückversetzen. Der hybride Ansatz verbindet digitale und analoge Elemente mit physischen Objekten. Anschließend führt die Route zu historischen Stationen in der Bielefelder Altstadt, darunter die Ravensberger Spinnerei und die Aschoff’sche Apotheke.
Begleitet werden die Nutzerinnen und Nutzer von einem virtuellen Moderator. Dieser kann beispielsweise in der Figur eines Leinewebers durch die Tour führen und zusätzliche Informationen zu den einzelnen Stationen vermitteln.
Wissenswerkstadt als Teil des Projekts
Die Wissenswerkstadt Bielefeld nimmt eine zentrale Rolle bei der geplanten Tour ein. Dort sind Wissenschaft, Stadtmarketing und Tourismus unter einem Dach verbunden; auch die Tourist-Information ist dort beheimatet.
Die historischen Inhalte, das Storytelling und die interaktiven AR-Elemente sollen in einem co-kreativen Prozess erarbeitet werden. Beteiligt werden sollen Fachleute aus Theorie und Praxis. Vorgesehen ist unter anderem die Einbindung des Historischen Museums, von Städte-Guides und des Stadtarchivs Bielefeld. Auch Wissensträger zu einzelnen Stationen, beispielsweise Dr. Oetker, sollen einbezogen werden.
Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling bezeichnete das Projekt als touristisches Angebot, das Bielefeld als Oberzentrum und Wissenschaftsstadt weiter erschließen soll. Martin Knabenreich, Geschäftsführer der Bielefeld Marketing GmbH, sieht darin zugleich eine Möglichkeit für Menschen aus der Region und für Businessgäste, die Stadt auf neue Weise kennenzulernen.






