1826 – Der Turm im Dorf: Ausstellung in Gernheim

Das LWL-Museum Glashütte Gernheim widmet dem 200-jährigen Jubiläum des historischen Tafelturms eine Sonderausstellung mit Begleitprogramm.

Petershagen. Die Ausstellung „1826 – Der Turm im Dorf“ eröffnet am Sonntag, 6. September, im LWL-Museum Glashütte Gernheim in Petershagen. Anlass ist das 200-jährige Jubiläum des historischen Tafelturms, der heute das Herzstück des Museums bildet und an die Geschichte des Glasmachens in Gernheim erinnert.

Historischer kegelförmiger Tafelturm der Glashütte Gernheim mit Backsteinfassade und großem Fenster, umgeben von roten Dächern und Bäumen.

Zum 200-jährigen Jubiläum des Glasturms zeigt das Museum eine Sonderausstellung.
Foto: LWL / Peter Hübbe

Die Bremer Kaufleute Schrader und Lampe gründeten 1812 eine neue Glashütte direkt an der Weser. Die Hütte entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Glasfabriken Nordwestdeutschlands. 1826 entstand deshalb im Fabrikdorf eine weitere Produktionsstätte: der sogenannte Tafelturm. Dort wurde vor allem flaches Tafelglas hergestellt, während in der bestehenden Alten Hütte neben dem Turm Kristall- und Gebrauchsglas gefertigt wurde.

Die kegelförmigen Türme waren im 18. und 19. Jahrhundert vor allem in England verbreitet und hielten zunehmend auch auf dem europäischen Festland Einzug. Ihre markante Form hatte produktionstechnische Gründe: Der Turm wirkte wie ein großer Kamin und sorgte durch den starken Rauchabzug für eine hohe Frischluftzufuhr.

Vom Produktionsort zum Museum

Nach dem endgültigen Aus der Glashütte im Jahr 1893 blieb der Turm rund 100 Jahre ungenutzt und verfiel zunehmend. Andere Gebäude der ehemaligen Glasfabrik wurden umgenutzt oder überbaut. Erst zum 150-jährigen Jubiläum im Jahr 1976 rückte die Geschichte der Glashütte während einer großen Festwoche wieder stärker in den Mittelpunkt.

50 Jahre später zeichnet „1826 – Der Turm im Dorf“ die Entwicklung des Tafelturms von der Produktion über Verfall und Erhalt bis hin zur Musealisierung nach. Thematisiert werden außerdem industriearchäologische Grabungen, Sanierungen und das moderne Glasstudio. Zu sehen sind unter anderem Grabungsfunde aus dem Umfeld des Turms sowie moderne Glaskunst und Gebrauchsgläser, die in den vergangenen Jahren am Gernheimer Ofen entstanden sind.

Eröffnung am 6. September

Die Ausstellungseröffnung beginnt am Sonntag, 6. September, um 15 Uhr. Eva Irrgang, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, begrüßt die Gäste. Ein Grußwort spricht Helga Berg, 1. Stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Petershagen. Kuratorin Karoline Haeberlin führt inhaltlich in die Ausstellung ein. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei. Für musikalische Begleitung ist gesorgt.

Erzählcafés, Fotografie-Workshop und Führungen

Begleitend zur Ausstellung bietet das LWL-Museum mehrere Veranstaltungen an. Erzählcafés mit Geschichten rund um den Turm finden am Sonntag, 13. September, von 13 bis 14.30 Uhr sowie am Sonntag, 15. November, von 11 bis 14 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

Ein Workshop zur Industriefotografie mit dem Fotoforum Minden ist für Samstag, 19. September, von 13 bis 15.30 Uhr geplant. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist unter glashuette-gernheim-anmeldung@lwl.org oder telefonisch unter 05707 9311-213 werktags von 8 bis 12 Uhr erforderlich.

Öffentliche Führungen sind laut Pressemitteilung für Do, 13.9., um 15 Uhr, Fr, 16.10., um 16.30 Uhr sowie So, 15.11., um 13 Uhr angekündigt. Sie sind kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

Die Sonderausstellung „1826 – Der Turm im Dorf: 200 Jahre Gernheimer Geschichten“ läuft vom 6. September 2026 bis zum 4. April 2027. Das LWL-Museum Glashütte Gernheim ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter glashuette-gernheim.lwl.org.