Dr. Susanne Hilker führt am 18. Oktober durch 2.000 Jahre Medizingeschichte – von historischen Heilmethoden bis zu aktuellen Gesundheitsfragen.
Lemgo. Wie wurden Krankheiten während der Renaissance behandelt? Welche Vorstellungen von Gesundheit und Heilung prägten vergangene Jahrhunderte? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Hilker am Sonntag, 18. Oktober 2026, um 11 Uhr bei einer Kuratorenführung durch die Sonderausstellung „Staying alive. Medizingeschichte(n) mit Risiken und Nebenwirkungen“ im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake.
Die Führung bietet Gelegenheit, die Hintergründe ausgewählter Ausstellungsstücke kennenzulernen und mehr über die Entwicklung medizinischer Erkenntnisse zu erfahren. Zu den Exponaten gehört unter anderem eine historische Mumienhand, die Einblicke in die Vorstellungen früherer Jahrhunderte ermöglicht.
Mehr als 60 Exponate aus 2.000 Jahren Medizingeschichte
Die Sonderausstellung ist bis zum 2. Mai 2027 zu sehen und widmet sich der Entwicklung der Medizin von der Antike über die Weserrenaissance bis in die Gegenwart. Mehr als 60 Exponate veranschaulichen, wie sich Behandlungsmethoden, medizinisches Wissen und der gesellschaftliche Umgang mit Krankheiten im Laufe der Jahrhunderte verändert haben.
Zu den Ausstellungsstücken zählen ein menschlicher Schädel, chirurgisches Arztbesteck, historische Aderlass-Instrumente und eine Reiseapotheke. Thematisiert werden unter anderem Seuchen, Hygiene und medizinische Behandlungsmethoden. Dabei stellt die Ausstellung auch Bezüge zur Region sowie zu aktuellen Diskussionen über Impfmythen, Erfahrungen aus der Corona-Pandemie und eine gerechte Gesundheitsversorgung her.
Medizingeschichte zum Mitmachen
Ein Bestandteil der Ausstellung ist eine nachgebildete Arztpraxis mit Wartezimmer, Anamnesebogen und Rezept. Verschiedene Mitmachstationen ermöglichen es den Besucherinnen und Besuchern, sich aktiv mit medizinischen Themen auseinanderzusetzen.

Co-Kuratorin Carlotta Mühlhardt, Kuratorin Dr. Susanne Hilker, Kabarettist Ingö Börchers und Museumsleiterin Silvia Herrmann (von links nach rechts). © Museum Schloss Brake
So können Gäste ihre Hände desinfizieren, unterschiedliche Kräuter am Geruch erkennen, durch ein Mikroskop schauen oder beim „Organ-Memory“ ihr Wissen über den menschlichen Körper testen. Die interaktiven Angebote ergänzen die historischen Exponate und vermitteln medizinische Zusammenhänge auf anschauliche Weise.
Fotoprojekt über das Leben nach einer Krebsdiagnose
Ergänzt wird die Sonderausstellung durch Fotografien von Brustkrebspatientinnen und -patienten. Das von Sabine Mirbach initiierte Projekt „Diagnose Krebs – das Leben danach“ beschäftigt sich mit den Erfahrungen Betroffener und macht im Rahmen des „Pinken Oktobers“ auf die Bedeutung von Medizin und Vorsorge aufmerksam.
Zum Begleitprogramm der Ausstellung gehören außerdem Fachvorträge, Workshops, Medizinkabarett und Theaterangebote. An der Umsetzung wirken zahlreiche Partner aus Wissenschaft, Medizin und Kultur mit.
Unterstützt wird die Ausstellung unter anderem von der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, der Andreas-Mohn-Stiftung, der Gesundheitsstiftung Lippe, dem Klinikum Lippe, dem Apothekerverband Westfalen-Lippe, dem Rotary Club Lemgo-Sternberg, Frauen für Lemgo, den Soroptimist-Clubs Detmold Lippische Rose und Detmold, Fraunhofer IOSB-INA, der Technischen Hochschule OWL, dem Institut für industrielle Informationstechnik, dem Freundeskreis des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake, Brasseler, Vincent Systems, der Lippischen Landesbrandversicherung und der Sparkasse Lemgo.
Eintritt und Anmeldung zur Kuratorenführung
Die Kuratorenführung mit Dr. Susanne Hilker findet am Sonntag, 18. Oktober 2026, um 11 Uhr im Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo statt.
Der Eintritt kostet 10 Euro und beinhaltet auch den Besuch der Dauerausstellung. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre haben freien Eintritt.
Eine Anmeldung ist telefonisch unter 05261/2502190 oder per E-Mail an kasse@museum-schloss-brake.de möglich. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es unter www.museum-schloss-brake.de.






