Prof. Dr. Jonas Ide erhält HSBI-Lehrpreis 2026

Auszeichnung für die Lehrveranstaltung „Diskrete Optimierung“ im Masterstudiengang Computational Engineering

Bielefeld. Prof. Dr. Jonas Ide erhält den HSBI-Lehrpreis 2026 für seine Lehrveranstaltung „Diskrete Optimierung“ im Masterstudiengang „Computational Engineering“. Die Auszeichnung wurde am 23. September im Rahmen des Jahresempfangs der Hochschule Bielefeld (HSBI) verliehen.

Foto: P. Pollmeier/HSBI

Prof. Dr. Jonas Ide (2. von links) wurde mit dem HSBI-Lehrpreis 2026 ausgezeichnet. Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier, Vizepräsident für Studium und Lehre, überreichte die Urkunde beim Jahresempfang der HSBI. Links Moderatorin Julia Ures. Foto: P. Pollmeier/HSBI

Der HSBI-Lehrpreis wird seit 2025 vergeben und soll herausragende Lehre an der Hochschule sichtbar machen. Die zahlreichen Nominierungen durch Studierende zeigen dabei exemplarisch die Qualität der Lehre an der HSBI.

Praxisnahe Mathematik und Problem-based Learning

Prof. Dr. Jonas Ide bietet die ausgezeichnete Lehrveranstaltung am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik an. Im Mittelpunkt steht die „Diskrete Optimierung“. Dabei lernen die Studierenden, konkrete Problemstellungen in mathematische Optimierungsmodelle zu überführen, diese zu implementieren und zu lösen.

Die Lehrveranstaltung arbeitet mit praxisrelevanten Fragestellungen. Dazu gehört etwa die Frage, in welcher Reihenfolge Paketbotinnen und Paketboten ihre Sendungen ausliefern sollten, um möglichst wenig Strecke zurückzulegen. Weitere Beispiele betreffen die Erstellung von Stundenplänen, den sinnvollen Einsatz von Rohstoffen und Finanzmitteln sowie die Planung von Fahrplänen im öffentlichen Personennahverkehr.

Bei der abschließenden Bewertung der Lösungen geht es auch darum, was in einem konkreten Zusammenhang überhaupt als „sinnvoll“ gilt. So kann bei einem Fahrplan beispielsweise die Zahl der eingesetzten Fahrzeuge ebenso eine Rolle spielen wie die Flexibilität und der Komfort für die Fahrgäste.

Studierende loben Lehrkonzept

Die Studierenden nominierten die Lehrveranstaltung für den Lehrpreis. Besonders positiv bewerteten sie den Medieneinsatz, die Gestaltung der Lehr-Lernmaterialien und die Entwicklung ihrer Fachkompetenz. Eine studentische Rückmeldung beschreibt die Veranstaltung als einen Ort, an dem Lust auf Diskussion und aktive Mitarbeit entstehe.

Auch die Jury hob die systematische Aufbereitung der Inhalte hervor. Prof. Dr. Jonas Ide gelingt es demnach, unterschiedliche Vorkenntnisse der Studierenden aufzugreifen und sie auf einen gemeinsamen Wissensstand zu bringen. Im Masterstudiengang „Computational Engineering“ treffen Studierende mit unterschiedlichen Bachelorabschlüssen und entsprechend unterschiedlichen fachlichen Voraussetzungen aufeinander.

Die Jury bewertete zudem den Bezug zu aktuellen Themen positiv. Dazu gehört die gemeinsame Reflexion von Ergebnissen Künstlicher Intelligenz. Ide erläutert, dass Large Language Models (LLMs) Problemstellungen nicht verstehen und deshalb häufig keine sinnvollen Modelle erzeugen. Für die Studierenden sei es deshalb wichtig, Modelle und Algorithmen selbst zu verstehen und beurteilen zu können, ob ein KI-Output sinnvoll ist.

Entscheidung der Lehrpreis-Jury

Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier, Vizepräsident für Studium und Lehre an der HSBI, betonte bei der Verleihung die Bedeutung der Lehre für die Hochschule. Die Jury habe qualitativ hochwertige Lehrkonzepte aus unterschiedlichen Fachbereichen bewertet. Die Entscheidung für die Veranstaltung von Prof. Dr. Jonas Ide sei unter anderem aufgrund des deutlich erkennbaren Ansatzes des Problem-based Learnings gefallen.

Die Jury würdigte außerdem, dass Studierenden mit unterschiedlichen Vorkenntnissen Materialien und Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um den erforderlichen Wissensstand zu erreichen. Auch aktuelle Themen und der Spaß am Lernen flössen in das Konzept ein.

Nominierung durch die Studierenden

Alle HSBI-Studierenden konnten im Wintersemester 2025/2026 innerhalb eines zweimonatigen Zeitraums Lehrveranstaltungen per Online-Befragung für den Lehrpreis nominieren. Dabei konnten sowohl Veranstaltungen des zurückliegenden Sommersemesters als auch des laufenden Wintersemesters vorgeschlagen werden.

Lehrende, deren Veranstaltung mindestens drei studentische Nominierungen erhielt, konnten anschließend ein Lehrkonzept als Bewerbung einreichen. Eine paritätisch besetzte Jury aus Studierenden, Lehrenden und einem externen professoralen Mitglied entschied anhand der Begründungen und Bewerbungsunterlagen über die Vergabe des mit 5.000 Euro dotierten HSBI-Lehrpreises.

Das Preisgeld ist für die Weiterentwicklung von Lehrvorhaben vorgesehen. Lehrveranstaltungen, die 2026 nicht ausgezeichnet wurden, können im Wintersemester 2026/2027 erneut für den HSBI-Lehrpreis 2027 nominiert werden.