Emelie Henneking studiert an der UDLAP, entdeckt Guatemala und berichtet von besonderen Erfahrungen während ihres Masterstudiums
Bielefeld. Ein Auslandssemester in Mexiko, neue Erfahrungen an einer internationalen Universität und eine Wanderung zu einem aktiven Vulkan: Für die 24-jährige Emelie Henneking ist ihr Masterstudium an der Hochschule Bielefeld (HSBI) mit besonderen Erlebnissen verbunden. Die Studentin des Studiengangs International Business Management verbrachte ihr verpflichtendes Auslandssemester an der Universidad de las Américas Puebla (UDLAP) in Mexiko. Neben dem Studium nutzte sie die Gelegenheit, Lateinamerika näher kennenzulernen.
Zu den eindrucksvollsten Erlebnissen gehörte eine Reise nach Guatemala. Dort bestieg Henneking anlässlich ihres Geburtstags den Vulkan Acatenango und beobachtete aus nächster Nähe Ausbrüche des benachbarten aktiven Volcán de Fuego.
„Der Aufstieg war unglaublich anstrengend. Als ich dann aber das erste Mal den Ausbruch der Lava ungefähr 300 Meter vor mir sah, war die ganze Anstrengung vergessen“, berichtet die Studentin.
Auslandssemester in Mexiko mit Erasmus+ Weltweit
Emelie Henneking studiert International Business Management am Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Bielefeld. Ein Auslandssemester ist fester Bestandteil ihres Masterstudiengangs. Ihre Entscheidung für Mexiko fiel aufgrund ihres langjährigen Interesses an Lateinamerika.
„Ich habe schon immer großes Interesse an Lateinamerika gehabt, und als Mexiko dann als Auswahlmöglichkeit bereitstand, war für mich klar, da möchte ich hin“, erzählt sie.
Erfahrungen im Ausland hatte Henneking bereits während ihres Bachelorstudiums gesammelt. Damals absolvierte sie ein Praktikum bei der Seaside Collection auf Gran Canaria und lernte Spanisch. Auch durch mehrere allein unternommene Reisen nach Lateinamerika konnte sie ihre Sprachkenntnisse nutzen.
Für das Auslandssemester in Mexiko musste die Studentin Spanischkenntnisse auf dem Sprachniveau B2 nachweisen. Die Organisation erfolgte gemeinsam mit dem International Office der HSBI.
Eine besondere Herausforderung war zunächst die Finanzierung. Da Mexiko nicht regulär zum Erasmus+-Programm gehört, suchte Henneking gemeinsam mit dem International Office nach alternativen Fördermöglichkeiten.
Schließlich konnte ein bestehendes Erasmus+ Weltweit-Abkommen zwischen der Hochschule Bielefeld und der UDLAP, das ursprünglich für den Bereich Mathematik abgeschlossen worden war, auf den Fachbereich Wirtschaft erweitert werden. Dadurch erhielt Henneking die Möglichkeit, ihren Aufenthalt über Erasmus+ Weltweit zu finanzieren.
Hybrides Studium an der Universidad de las Américas Puebla
Besonders positiv bewertet Henneking das Studienmodell der mexikanischen Universität. Die Masterstudiengänge an der UDLAP werden hybrid angeboten. Studierende können dadurch an Seminaren und Vorlesungen auch online teilnehmen. Die Lehrveranstaltungen finden in der Regel am Abend statt.
Eine weitere Besonderheit ist das Trimester-Modell. Anders als bei der üblichen Einteilung in zwei Semester wird das akademische Jahr in drei Abschnitte von jeweils etwa drei bis vier Monaten gegliedert. Das sorgt für ein dichteres Studienprogramm, ermöglicht aber auch Pausen zwischen den einzelnen Studienabschnitten.
Eine dieser Pausen nutzte Henneking für eine Reise nach Guatemala. Während der dreiwöchigen Osterferien zwischen den Trimestern erfüllte sie sich mehrere persönliche Reisewünsche.
Vulkanwanderung auf 3.800 Meter Höhe
Ihre Reise begann in El Paredon, einem kleinen Küstenort an der Pazifikküste Guatemalas. Dort stand Henneking zum ersten Mal auf einem Surfboard. Anschließend führte sie ihre Reise nach Antigua Guatemala, von wo aus sie gemeinsam mit einer Reisegruppe die Wanderung auf den Vulkan Acatenango startete.

Der Blick auf die Vulkane Guatemalas zeigt die beeindruckende Landschaft Südamerikas. Foto: Emelie Henneking
Die zweitägige Tour begann früh am Morgen. Um 6 Uhr wurde die Studentin mit einem Shuttle zur Ausgangsstation des Veranstalters gebracht. Dort konnten die Teilnehmer nicht benötigtes Gepäck zurücklassen und erhielten Informationen zum Ablauf der Wanderung. Mindestens vier Liter Wasser musste jeder mitnehmen.
Der Aufstieg begann auf einer Höhe von rund 2.200 Metern. Bereits zu Beginn bemerkte Henneking die Auswirkungen der Höhenlage. Ziel der ersten Etappe war das Basecamp auf 3.800 Metern Höhe. Für den Aufstieg waren fünf Stunden vorgesehen, die die Gruppe nach Angaben der Studentin auch einhielt.
Nach einer zweistündigen Pause im Camp folgte eine weitere vierstündige Wanderung, um die Ausbrüche des benachbarten Volcán de Fuego beobachten zu können.
„Das Gefühl kann ich gar nicht in Worte fassen. Es ist ein so besonderer Moment, dort zu stehen und diesen Vulkan explodieren zu sehen, einfach unglaublich“, beschreibt Henneking ihre Eindrücke.
Die Nacht verbrachte die Reisegruppe in Hütten auf dem Acatenango. Von dort aus konnte die Studentin den aktiven Fuego weiterhin aus der Ferne beobachten.
Basketball-Derby mit ungewöhnlichem Eintrittspreis
Neben der Vulkanwanderung blieb Henneking auch ein sportliches Ereignis an ihrer mexikanischen Gastuniversität besonders in Erinnerung: das Basketball-Derby zwischen der Universidad de las Américas Puebla und der Universidad Popular Autónoma del Estado de Puebla (UPAEP).
Beide Hochschulen treten in der nationalen Universitätsliga gegeneinander an. Für das Derby hatte die UDLAP eine besondere Spendenaktion organisiert. Während der Eintritt zu den Spielen normalerweise kostenlos ist, mussten die Besucher diesmal ein Kilogramm Bohnen als Eintritt mitbringen.
Nach Angaben der Studentin kostete ein Kilogramm Bohnen durchschnittlich zwischen 22 und 35 mexikanischen Pesos, was ungefähr 1,10 bis 1,75 Euro entsprach. Die gesammelten Lebensmittel wurden an eine soziale Einrichtung gespendet, die daraus Mahlzeiten für hilfsbedürftige Menschen zubereitete.
Auch die Atmosphäre beim Spiel beeindruckte Henneking. Das Publikum unterstützte die Mannschaft mit Gesängen und Klatschpappen, die auf den Sitzplätzen bereitlagen.
Als die UDLAP das Derby schließlich gewann, wurde der Erfolg von den Fans ausgelassen gefeiert.
Für Emelie Henneking verbindet das Auslandssemester damit akademische Erfahrungen mit Begegnungen und Erlebnissen außerhalb des Universitätsalltags. Neben dem hybriden Studienmodell an der UDLAP bleiben ihr insbesondere die Reise nach Guatemala und die Eindrücke aus dem mexikanischen Campusleben in Erinnerung.






