2.358 Studienanfänger starten im Wintersemester 2026/27 an den drei Standorten – trotz fehlenden regulären Abiturjahrgangs in NRW
Bielefeld / Minden / Gütersloh. Die Hochschule Bielefeld (HSBI) verzeichnet zum Start des Wintersemesters 2026/27 erneut steigende Studierendenzahlen. Aktuell sind 10.465 Studierende eingeschrieben. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 10.119. Insgesamt beginnen 2.358 Studienanfängerinnen und Studienanfänger ihr Studium an den drei Standorten Bielefeld, Minden und Gütersloh. Die Zahlen sind vorläufig, da die Einschreibungs- und Nachrückverfahren noch nicht abgeschlossen sind.

Begrüßten die neuen Studierenden (v.l.): Ana Dorl (Campusreporterin), Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier (Vizepräsident für Studium und Lehre), Dr. Christiana Bauer (Bielefelder Oberbürgermeisterin) und Dilsad Akay (AStA). Foto: P. Pollmeier/HSBI
Der Anstieg ist bemerkenswert, weil es aufgrund der Rückkehr vom achtjährigen zum neunjährigen Gymnasium an den meisten Gymnasien in Nordrhein-Westfalen in diesem Sommer keinen regulären Abiturjahrgang gibt. Dennoch liegt die Zahl der Studienanfänger wieder nahe am Rekordwert des Vorjahres.
Als Gründe für die Entwicklung nennt die Hochschule unter anderem die neu eingeführten Studiengänge am Fachbereich Gesundheit sowie die erfolgreiche Etablierung jüngerer Angebote. Besonders die englischsprachigen Studiengänge am Campus Gütersloh verzeichnen ein großes Interesse internationaler Bewerberinnen und Bewerber.
Praxisnahe Studienangebote und unterschiedliche Modelle
Nach Angaben der HSBI trägt auch das vielfältige Studienangebot zur Entwicklung bei. Neben dem Vollzeitstudium gibt es praxisintegrierte, duale und berufsbegleitende Studienmöglichkeiten. Die Hochschule passe ihre Lehre laufend an aktuelle Anforderungen an und stelle Studieninteressierten ein breites Informationsangebot zur Verfügung.
Bei der offiziellen Erstsemesterbegrüßung in Bielefeld hieß der Vizepräsident für Studium und Lehre, Prof. Dr. Ulrich Schäfermeier, die neuen Studierenden willkommen. Er ermutigte sie, früh Kontakte zu ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen zu knüpfen und die Unterstützungsangebote der Hochschule zu nutzen. Erstmals richtete auch Bielefelds Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer Grußworte an die Erstsemester. Sie betonte die Bedeutung der HSBI für die Stadt als Bildungs-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort.
Rund 1.000 Studienanfänger versammelten sich zur Begrüßung im Foyer des Hauptgebäudes in Bielefeld. Im Anschluss standen Einführungsveranstaltungen in den Fachbereichen, Beratungsangebote und verschiedene Programmpunkte zum Kennenlernen auf dem Plan. In einigen Studiengängen ergänzten studentische Tutorenteams die Einführungswoche um Stadtrallyes, Kennenlernangebote und gemeinsame Aktivitäten.
Mehr Studierende im Fachbereich Gesundheit
In Bielefeld sind mehr als 8.200 Studierende eingeschrieben. Knapp 1.900 Studienanfänger starteten dort in den Fachbereichen Wirtschaft, Ingenieurwissenschaften und Mathematik, Gestaltung, Sozialwesen sowie Gesundheit.
Besonders deutlich stieg die Nachfrage am Fachbereich Gesundheit: 193 neue Studierende schrieben sich dort ein, im Vorjahr waren es rund 130. Als einen möglichen Grund nennt Dekan Prof. Dr. Markus Zimmermann die Vergütung im Pflegestudium, die seit zwei Jahren wieder angeboten wird. Für die zusätzlichen Studierenden wurde ein weiteres Skills Lab Pflege eingerichtet, in dem Pflegesituationen in einem geschützten Rahmen trainiert werden können.
Zu den neuen Studienangeboten gehören der Bachelorstudiengang „Management und Beratung im Gesundheitswesen“ sowie „Berufspädagogik Pflege und Therapie“. Der Studiengang „Angewandte Therapiewissenschaften Ergo- und Physiotherapie“ richtet sich an bereits ausgebildete Ergo- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten und lässt sich mit einer Berufstätigkeit verbinden. Die Gesamtzahl der Studierenden am Fachbereich Gesundheit steigt damit auf 586. Am 1. Dezember 2025 waren es 497.
Auch in Minden und Gütersloh starten neue Studierende
Am Campus Minden begrüßten HSBI-Vizepräsidentin Prof. Dr. Natalie Bartholomäus und Dekan Prof. Dr. Sven Battermann die neuen Studierenden. Grußworte kamen außerdem vom stellvertretenden Landrat Siegfried Gutsche und Mindens Bürgermeister Peter Kock. Die Einführungswoche begann dort mit einer Stadtrallye. Insgesamt sind am Campus Minden rund 1.327 Studierende in zwölf Bachelor- und Masterstudiengängen der Bereiche Architektur, Bauwesen, Informatik und Ingenieurwissenschaften eingeschrieben.

Insgesamt beginnen 2.358 Erstsemester (Stand: 15.09.2026) ihr Studium an einem der drei HSBI-Standorte in Bielefeld, Minden und Gütersloh. Foto: P. Pollmeier/HSBI
Am Campus Gütersloh waren die neuen Studierenden der deutschsprachigen praxisintegrierten Bachelorstudiengänge bereits Ende August begrüßt worden. Die Studienanfänger der englischsprachigen Bachelorstudiengänge nahmen an der Begrüßung in Bielefeld teil und setzten ihre Einführungsphase in Gütersloh fort.
Zum englischsprachigen Angebot in Gütersloh gehören „Industrial Engineering“, „Mechatronics and Automation“ und der Research Master „Data Science“. Für den Masterstudiengang Data Science gingen 151 Bewerbungen für zehn Studienplätze ein. Insgesamt bewarben sich 762 Personen um einen Platz in einem der englischsprachigen Studiengänge am Campus Gütersloh. Dort sind aktuell 682 Studierende in 14 Studiengängen eingeschrieben, darunter 205 in englischsprachigen Angeboten.
Soziale Arbeit und Wirtschaftspsychologie besonders gefragt
Zu den am stärksten nachgefragten Studiengängen gehörten in diesem Jahr die Bachelorstudiengänge Soziale Arbeit mit 1.124 Bewerbungen auf 254 Studienplätze, Wirtschaftspsychologie mit 898 Bewerbungen auf 50 Plätze und Betriebswirtschaftslehre mit 754 Bewerbungen. Ebenfalls großes Interesse gab es für Wirtschaftsrecht, Wirtschaftsingenieurwesen in Vollzeit und International Studies in Management.
Auch die englischsprachigen Studiengänge in Gütersloh stießen auf Nachfrage: Für „Mechatronics and Automation“ gingen 366 Bewerbungen auf 30 Studienplätze ein, für „Industrial Engineering“ bewarben sich 245 Personen.
Die genannten Zahlen wurden zum Stichtag 15. September erhoben. Da die Einschreibungs- und Nachrückverfahren noch nicht vollständig abgeschlossen sind, können sie sich noch ändern.





