Grippeimpfung in Bielefeld: AOK rät jetzt zum Schutz vor Influenza

Atemwegsinfektionen verursachten im ersten Halbjahr 29,3 Prozent aller Krankschreibungsfälle – besonders ältere Menschen und Risikogruppen sollten an die Impfung denken.

Bielefeld. Husten, Schnupfen und andere Atemwegsinfektionen machen derzeit vielen Menschen in Bielefeld zu schaffen. Bereits im ersten Halbjahr 2026 waren Atemwegserkrankungen erneut der häufigste Grund für eine Krankschreibung. Ihr Anteil an allen Arbeitsunfähigkeitsfällen lag bei 29,3 Prozent. Angesichts der bevorstehenden Grippesaison ruft die AOK NordWest dazu auf, den eigenen Impfschutz gegen Influenza überprüfen zu lassen.

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Der beste Zeitraum für eine Grippeimpfung sind die Monate Oktober bis November. Foto: AOK/colourbox/hfr

„Aufgrund der Jahreszeit muss in den nächsten Wochen mit einer weiteren Zunahme von Virusinfektionen gerechnet werden“, erklärt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner. Die Krankenkasse empfiehlt insbesondere Menschen mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko, die Möglichkeit einer Grippeschutzimpfung zu nutzen.

Grippeimpfung besonders für ältere Menschen empfohlen

Die Monate Oktober und November gelten als besonders geeigneter Zeitraum für die jährliche Grippeschutzimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Impfung insbesondere Menschen ab 60 Jahren.

Mit zunehmendem Alter lässt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nach. Eine Infektion mit Influenzaviren kann deshalb schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Zu den möglichen Komplikationen gehören Lungenentzündungen sowie ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Bei Menschen mit Asthma kann eine Grippeerkrankung zudem bestehende Beschwerden verschlimmern oder einen Asthmaanfall auslösen.

Die STIKO empfiehlt die Grippeschutzimpfung darüber hinaus für Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie medizinisches und pflegerisches Personal. Auch Personen mit umfangreichem Publikumsverkehr gehören zu den Gruppen, für die eine Impfung empfohlen wird.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Grippeschutzimpfung für ihre Versicherten. Für die Abrechnung genügt die elektronische Gesundheitskarte.

Impfschutz entwickelt sich innerhalb von etwa zwei Wochen

Nach der Grippeimpfung benötigt das Immunsystem bis zu 14 Tage, um den Impfschutz aufzubauen. Da sich die vorherrschenden Influenzaviren von Saison zu Saison verändern können, wird die Zusammensetzung des Impfstoffs jährlich an die erwarteten Virusvarianten angepasst.

Die Impfung kann bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten erfolgen, beispielsweise in der hausärztlichen Praxis. Darüber hinaus bieten entsprechend qualifizierte Apotheken Grippeschutzimpfungen für Personen ab 18 Jahren an. Voraussetzung ist eine spezielle Fortbildung der impfenden Apothekerinnen und Apotheker.

Impfquote bei Menschen ab 60 Jahren weiterhin niedrig

Trotz der möglichen gesundheitlichen Folgen einer Influenza blieb die Impfbereitschaft älterer Menschen in Westfalen-Lippe im Jahr 2025 auf einem niedrigen Niveau.

Nach Angaben der AOK NordWest ließen sich lediglich 24,8 Prozent der AOK-Versicherten ab 60 Jahren gegen Influenza impfen. Damit nahm nur etwa jeder vierte Versicherte dieser Altersgruppe die von der STIKO empfohlene Schutzimpfung wahr.

Die Krankenkasse sieht deshalb weiterhin Informationsbedarf, insbesondere bei Menschen, für die eine Grippeerkrankung mit einem erhöhten Risiko schwerer Krankheitsverläufe verbunden ist.

Influenza und grippaler Infekt sind nicht dasselbe

Die echte Virusgrippe, medizinisch als Influenza bezeichnet, darf nicht mit einem gewöhnlichen grippalen Infekt verwechselt werden. Obwohl beide Erkrankungen die Atemwege betreffen, unterscheiden sie sich häufig hinsichtlich ihrer Symptome und ihres Verlaufs.

Ein grippaler Infekt äußert sich typischerweise durch Beschwerden wie Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Eine Influenza kann dagegen deutlich schwerer verlaufen und mit hohem Fieber, ausgeprägten Muskel- und Kopfschmerzen sowie trockenem Reizhusten einhergehen.

Mit Blick auf die bevorstehenden Herbst- und Wintermonate weist die AOK NordWest deshalb auf die Bedeutung der Grippeschutzimpfung hin. Insbesondere Menschen ab 60 Jahren und weitere Risikogruppen sollten die Möglichkeit nutzen, sich rechtzeitig vor einer Influenzainfektion schützen zu lassen.