Fünf Chöre führen Rossinis „Petite Messe Solennelle“ auf

Rund 150 Sängerinnen und Sänger aus Lemgo, Lage, Schötmar und Steinheim gestalten im November vier gemeinsame Konzerte.

Lemgo/Lage/Schötmar/Steinheim. Fünf Chöre aus Ostwestfalen-Lippe schließen sich für ein gemeinsames Konzertprojekt zusammen: Im November 2026 führen sie Gioachino Rossinis „Petite Messe Solennelle“ an vier verschiedenen Orten auf. Rund 150 Sängerinnen und Sänger beteiligen sich an dem musikalischen Vorhaben, das Ensembles aus Lemgo, Lage, Schötmar und Steinheim zusammenbringt. Der Vorverkauf für die Konzerte läuft bereits.

Foto: Randell Greenlee

Fünf Chöre, ein Klang und jede Menge Leidenschaft: (von links) Uta Singer (Schötmar), Volker Jänig (Marien Lemgo), Frank Schreiber (Nicolai Lemgo) und Julian Weller (Lage) freuen sich auf das Gemeinschaftsprojekt mit Rossinis „Petite Messe Solennelle“. Nicht im Bild Jonathan Dräger(Steinheim). Foto: Randell Greenlee

Mitwirkende sind die Singgemeinschaft St. Marien Lemgo unter der Leitung von Volker Jänig, die Kantorei St. Nicolai Lemgo unter Frank Schreiber, die Kantorei der evangelisch-reformierten Kilianskirche Schötmar unter Uta Singer, die Kantorei der Marktkirche Lage unter Julian Weller sowie der Konzertchor Vocale Steinheim unter der Leitung von Jonathan Dräger.

Das Gemeinschaftsprojekt soll nicht nur Rossinis Musik einem breiten Publikum näherbringen, sondern auch die Zusammenarbeit der Chöre über Stadtgrenzen hinweg stärken. Die organisatorische Koordination liegt bei Volker Jänig.

„Gerade in unserer ländlichen Region zeigt dieses Projekt, wie wertvoll kulturelle Zusammenarbeit ist. Das lebendige Miteinander über Stadtgrenzen hinweg schafft Verbindungen und macht ein außergewöhnliches musikalisches Erlebnis möglich, das keine der Chorgemeinschaften allein auf die Beine hätte stellen können“, erklärt Jänig.

Rossinis Messe zwischen Kirchenmusik und Oper

Gioachino Rossinis „Petite Messe Solennelle“ verbindet Elemente der geistlichen Musik mit der Ausdruckskraft der italienischen Oper. Das rund 90 Minuten dauernde Werk entstand ursprünglich für vier Solostimmen, zwölf Sänger sowie Klavier und Harmonium. Trotz dieser vergleichsweise kleinen Besetzung entfaltet die Komposition eine große musikalische Bandbreite.

Die Messe besteht etwa zur Hälfte aus solistischen Abschnitten, darunter ein Duett, ein Terzett und ein Quartett. Die übrigen Teile sind für den Chor vorgesehen. Bei den Aufführungen in Ostwestfalen-Lippe übernehmen rund 150 Sängerinnen und Sänger die Chorpartien. Trotz der deutlich größeren Besetzung soll der kammermusikalische Charakter der Originalfassung erhalten bleiben.

Eine besondere Rolle spielen die beiden Begleitinstrumente. Während das Klavier rhythmische Akzente setzt, ergänzt das Harmonium die Musik um warme und getragen wirkende Klangfarben. So entsteht ein Wechselspiel zwischen zurückhaltenden Passagen und ausdrucksstarken musikalischen Höhepunkten.

Rossini, der insbesondere durch seine Opern und seinen humorvollen Kompositionsstil bekannt wurde, verbindet auch in seiner geistlichen Musik unterschiedliche Ausdrucksformen. Bereits der Titel „Petite Messe Solennelle“ – kleine feierliche Messe – enthält eine gewisse Ironie: Das Werk ist weder besonders kurz noch durchgehend von feierlichem Ernst geprägt. Auch die ungewöhnliche Tempobezeichnung „Allegro cristiano“ zu Beginn des Credo verweist auf Rossinis eigenwilligen Umgang mit musikalischen Konventionen.

Solisten und Chorleitungen gestalten die Aufführungen

Als Solisten wirken Carolin Franke (Sopran), Pia Pehlivan (Alt), Jonathan Dräger (Tenor) und Andreas Elias Post (Bass) mit. Die instrumentale Begleitung übernehmen Doris Findorff-Rasche am Klavier und Christoph Lahme am Harmonium. Das Dirigat teilen sich die Chorleiter der beteiligten Ensembles.

Durch die gemeinsame Aufführung sollen die unterschiedlichen musikalischen Erfahrungen der Chöre zusammengeführt werden. Zugleich bietet das Projekt den Sängerinnen und Sängern die Gelegenheit, ein umfangreiches Werk in einer großen Gemeinschaftsbesetzung zu erarbeiten.

Vier Konzerttermine im November 2026

Die „Petite Messe Solennelle“ wird an vier Abenden in verschiedenen Kirchen der Region aufgeführt. Die Termine im Überblick:

Samstag, 14. November 2026, 18 Uhr: Kirche St. Marien, Lemgo.

Sonntag, 15. November 2026, 16 Uhr: Evangelisch-reformierte Kilianskirche, Schötmar.

Dienstag, 17. November 2026, 19 Uhr: Katholische Kirche St. Marien, Steinheim.

Mittwoch, 18. November 2026, 19 Uhr: Marktkirche, Lage.

Informationen zu den Eintrittspreisen und zum Vorverkauf für sämtliche Aufführungen stehen auf der zentralen Projektseite unter www.marien-kantorei.de/home/rossini/ zur Verfügung.