Nur 14,9 Prozent der AOK-versicherten Jugendlichen nehmen die Gesundheits-Checks wahr – Krankenkasse ruft Eltern zur Vorsorge auf
Bielefeld. Die Jugenduntersuchungen werden in Bielefeld weiterhin nur selten in Anspruch genommen. Lediglich 14,9 Prozent der bei der AOK NordWest versicherten Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren nutzten im Jahr 2025 die angebotenen Gesundheits-Checks. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Krankenkasse. Im Vorjahr lag die Teilnahmequote bei 14,3 Prozent. Damit nimmt weiterhin nur etwa jeder siebte Jugendliche die Vorsorgeangebote wahr.
„Das Niveau der Inanspruchnahme ist einfach zu gering. Dabei leisten Jugenduntersuchungen einen wichtigen Beitrag zur körperlichen und seelischen Gesundheit und sind genauso wichtig wie die Untersuchungen für Babys und Kleinkinder. Wir appellieren daher dringend an alle Eltern, ihre Kinder zu diesen wichtigen Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren“, erklärt Matthias Wehmhöner, Serviceregionsleiter der AOK NordWest.
J1 und J2: Vorsorge auch im Jugendalter wichtig
Nach den bekannten U-Untersuchungen im Kindesalter setzen die Jugenduntersuchungen die medizinische Vorsorge fort. Denn auch während der Pubertät ist die körperliche und seelische Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Die AOK NordWest informiert ihre versicherten Jugendlichen deshalb persönlich und über verschiedene digitale Kanäle über die entsprechenden Angebote.
Die Jugenduntersuchung J1 richtet sich an Jugendliche zwischen zwölf und 14 Jahren und gehört zum regulären Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Im Jahr 2025 nahmen in Bielefeld 23,9 Prozent der AOK-versicherten Jugendlichen diese Untersuchung wahr.
Deutlich geringer fiel die Beteiligung an der Jugenduntersuchung J2 aus. Nur sechs Prozent nutzten dieses Angebot für Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren. Die AOK NordWest übernimmt die Kosten der J2 als zusätzliche Leistung für ihre Versicherten.
Früherkennung von Erkrankungen und Entwicklungsstörungen
Bei den Jugenduntersuchungen geht es neben den körperlichen Veränderungen während der Pubertät insbesondere um die frühzeitige Erkennung möglicher Erkrankungen und gesundheitlicher Risiken.
Im Rahmen der J1 werden unter anderem Größe, Gewicht, Impfstatus sowie Blut und Urin untersucht. Darüber hinaus beurteilt die Ärztin oder der Arzt die körperliche Entwicklung, die Organe, das Skelettsystem und die Sinnesfunktionen.
Auf diese Weise können beispielsweise Fehlhaltungen infolge von Wachstumsschüben und chronische Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Auch Hautprobleme, Essstörungen wie Magersucht sowie Übergewicht werden angesprochen. Zudem achten die Ärztinnen und Ärzte auf mögliche Allergien, die bei der späteren Berufswahl eine Rolle spielen können.
Die J2 ergänzt diese Vorsorge und richtet den Blick unter anderem auf Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, Haltungsprobleme sowie das Diabetes-Risiko.
Zu beiden Untersuchungen sollten Jugendliche ihre elektronische Gesundheitskarte und den Impfpass mitbringen.
Vertrauliche Gespräche auch ohne Eltern möglich
Die Jugenduntersuchungen bieten neben den medizinischen Kontrollen auch Gelegenheit für ein persönliches Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt. Dabei können Fragen zur körperlichen Entwicklung, zur psychischen Gesundheit, zu sozialen Kompetenzen und zu einer gesundheitsfördernden Lebensweise besprochen werden.
Anders als bei vielen Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter können Jugendliche die Termine auch ohne Begleitung ihrer Eltern wahrnehmen. Das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt ist vertraulich.
Die AOK NordWest möchte mit ihren Informationen und Erinnerungen mehr Jugendliche zur Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen bewegen. Nach Einschätzung der Krankenkasse sind die Gesundheits-Checks ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Begleitung während der Jugendzeit.






