Mehr Lohn für 33.800 Beschäftigte im Gastgewerbe in OWL

Tarifsteigerungen ab Oktober 2026 bringen Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie mehr Geld. Auch Auszubildende profitieren.

Ostwestfalen-Lippe. Beschäftigte in der Gastronomie und Hotellerie erhalten ab Oktober 2026 mehr Geld. Die tariflichen Löhne steigen zunächst um 2,2 Prozent. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Ostwestfalen-Lippe hin. Nach Angaben der Gewerkschaft profitieren Beschäftigte mit einem Vollzeitjob von einem monatlichen Plus von gut 60 Euro. Insgesamt arbeiten in Ostwestfalen-Lippe rund 33.800 Menschen im Gastgewerbe.

Foto: NGG | Tobias Seifert

Und wenn es nur der Kaffee mit einem Wasser ist: Der Service muss stimmen. Und der wird
jetzt besser bezahlt: Gastro-Beschäftigte bekommen ab Oktober mehr Geld. Foto: NGG | Tobias Seifert

Die Lohnerhöhung betrifft verschiedene Tätigkeitsbereiche in Cafés, Gaststätten, Restaurants und Hotels. Dazu gehören unter anderem Köchinnen und Köche, Servicekräfte, Beschäftigte an Hotelrezeptionen sowie Barkeeper.

„Von der Köchin bis zum Kellner und von der Rezeptionistin bis zum Barkeeper haben Gastro-Beschäftigte mit einem Vollzeitjob damit ab sofort gut 60 Euro mehr im Portemonnaie“, erklärt Thorsten Kleile von der NGG Ostwestfalen-Lippe.

Weitere Lohnerhöhungen bis Januar 2028

Mit der ersten Tarifsteigerung im Oktober ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben der Gewerkschaft sind weitere Erhöhungen für Januar 2027 und Januar 2028 vorgesehen.

Über die gesamte Laufzeit sollen die Löhne um mehr als sieben Prozent steigen. Das entspricht laut NGG einem zusätzlichen monatlichen Verdienst von mehr als 195 Euro für Beschäftigte in Vollzeit.

NGG-Geschäftsführer Thorsten Kleile sieht darin auch einen Zusammenhang mit der steuerlichen Entlastung des Gastgewerbes. Die Beschäftigten würden damit ebenfalls von der Senkung der Mehrwertsteuer profitieren, wenn auch zeitlich verzögert.

Die Gewerkschaft verweist darauf, dass der Mehrwertsteuersatz im Gastgewerbe bereits zu Jahresbeginn von 19 auf sieben Prozent gesenkt worden sei. Nach Auffassung der NGG ist es wichtig, dass sich wirtschaftliche Entlastungen der Betriebe auch bei den Beschäftigten bemerkbar machen.

Auszubildende erhalten ebenfalls mehr Geld

Auch für Auszubildende im Hotel- und Gaststättengewerbe sieht der Tarifabschluss Verbesserungen vor. Ihre Ausbildungsvergütung steigt nach Angaben der NGG ab Oktober 2026 zunächst um 20 Euro monatlich.

Eine weitere Erhöhung ist für August 2027 vorgesehen. Dann soll eine angehende Servicekraft im dritten Ausbildungsjahr eine monatliche Ausbildungsvergütung von 1.440 Euro erhalten.

Thorsten Kleile ordnet diese Vergütung im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen im oberen Drittel ein. Die NGG habe sich bereits früh für höhere Ausbildungsvergütungen eingesetzt, um die Attraktivität einer Berufsausbildung im Gastgewerbe zu verbessern und junge Menschen für entsprechende Berufe zu gewinnen.

Rund 33.800 Beschäftigte in der Region

Nach Angaben der NGG arbeiten rund 33.800 Menschen in der Hotellerie und Gastronomie in Ostwestfalen-Lippe. Die Branche umfasst zahlreiche Tätigkeiten in Küche, Service, Verwaltung und Gästebetreuung.

Mit den vereinbarten Tarifsteigerungen sollen sich die Einkommen der Beschäftigten schrittweise verbessern. Neben der aktuellen Lohnerhöhung im Oktober 2026 sind dafür zwei weitere Anpassungen in den kommenden Jahren vorgesehen.

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