Mobilitätsgeld für Pendler: NGG fordert Entlastung in OWL

Gewerkschaft fordert 17 Cent je Kilometer und will Fahrtkosten stärker in Betrieben und Tarifverhandlungen thematisieren

Ostwestfalen-Lippe. Mobilitätsgeld für Pendler fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Ostwestfalen-Lippe angesichts hoher Fahrtkosten für Beschäftigte in der Region.

Hand hält eine Zapfpistole beim Tanken eines Autos.

Geht ganz schön ins Geld: Tanken ist teuer. Die Gewerkschaft NGG Ostwestfalen-Lippe will sich deshalb in den Betrieben in OWL und bei Tarifverhandlungen für einen „Wegegeld-Zuschuss für Job-Pendler“ stark machen.
Foto: NGG | Tobias Seifert

Nach der aktuellen Pendler-Statistik der Bundesagentur für Arbeit kommen 309.700 Beschäftigte nach Ostwestfalen-Lippe, um hier zu arbeiten. Umgekehrt wohnen 293.350 Menschen in OWL und haben ihren Arbeitsplatz außerhalb der Region. Für die NGG sind längere Arbeitswege ein zusätzlicher Kosten- und Zeitfaktor für Beschäftigte.

Thorsten Kleile, Geschäftsführer der NGG Ostwestfalen-Lippe, verweist insbesondere auf die Belastung durch hohe Spritpreise. Diese treffe Berufspendler, die auf das Auto angewiesen seien, besonders stark. Nach Einschätzung der Gewerkschaft seien vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen betroffen.

17 Cent je Kilometer gefordert

Das von der NGG vorgeschlagene Mobilitätsgeld für Pendler soll 17 Cent je Kilometer betragen. Nach Vorstellung der Gewerkschaft soll der Betrag unabhängig von der Höhe des Einkommens einheitlich vom Staat ausgezahlt oder beim monatlichen Lohnsteuerabzug verrechnet werden.

Solange ein solches Modell nicht umgesetzt sei und die Spritpreise nicht deutlich sinken, fordert Kleile zudem betriebliche Zuschüsse zu den Fahrtkosten. Als mögliche Maßnahmen nennt er Zuschüsse zum Deutschland-Ticket, das in der Pressemitteilung mit 63 Euro pro Monat angegeben wird, ein konkretes Wegegeld sowie günstiges oder kostenloses Laden von E-Autos auf dem Firmengelände.

Die NGG Ostwestfalen-Lippe kündigt an, die Kosten für Mobilität künftig auch bei Tarifverhandlungen stärker zum Thema zu machen. Nach Angaben Kleiles benötigen manche Beschäftigte 45 Minuten, eine Stunde oder länger für den Weg zur Arbeit.

NGG kritisiert Preise im Bahnverkehr

Kritik übt die Gewerkschaft außerdem an den Preisen für Bahn-Tickets, insbesondere im Fernverkehr. Wer ohne Bahncard oder frühzeitig gebuchten Super-Sparpreis unterwegs sei, müsse teilweise hohe Kosten tragen, so Kleile.

Für Menschen mit unteren und mittleren Einkommen könne Bahnfahren dadurch zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden. Nach Darstellung des NGG-Geschäftsführers kann ein Beschäftigter mit gesetzlichem Mindestlohn für eine Stunde Fahrt im Fernverkehr der Deutschen Bahn vier Stunden oder mehr arbeiten müssen. Dabei bezieht er sich auf eine Fahrt in der 2. Klasse.