Klosterfestival 2026 zieht positive Bilanz

Rund 1200 Gäste besuchten 15 Veranstaltungen – Intendant Hans Hermann Jansen setzt für die nächste Saison auf mehr Experimente

Kreis Höxter. Das Klosterfestival 2026 ist mit rund 1200 Besucherinnen und Besuchern bei insgesamt 15 Veranstaltungen zu Ende gegangen. Intendant Hans Hermann Jansen zieht eine positive Bilanz und sieht zugleich Raum für neue künstlerische Wege in der kommenden Saison.

Das Trio Klangkunst beim Finale in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Brenkhausen.

Das Trio Klangkunst beim Finale in der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Brenkhausen.

Gut besuchte Konzerte, eine starke Resonanz bei Mitmach-Angeboten und Entdeckungsreisen durch die Region prägten die zehnte Ausgabe des Festivals. Jansen zeigte sich zufrieden mit der Arbeit des Teams des Netzwerks Klosterlandschaft OWL. Ziel sei es erneut gewesen, den Klöstern und klösterlichen Einrichtungen der Region durch unterschiedliche kulturelle Angebote eine größere Sichtbarkeit zu geben.

Konzerte, Wanderungen und Workshops

Zu den besonders gut besuchten Programmpunkten gehörten neben Orgelkonzerten und Bach-Wanderungen die „Klänge im Garten der Stille“ am Institut Kupferberg in Detmold sowie die „Reise ins Sacrum“ mit dem Akkordeonisten Kamil Dmochowski im Christlichen Bildungswerk der Hegge. Hinzu kamen der Krautbund-Workshop im Abteigarten in Marienmünster und die Abschlusskonzerte des „Trio Klangkunst“ in Brenkhausen, Warburg und Gehrden.

Nach Einschätzung Jansens suchen Menschen gerade in Krisenzeiten verstärkt nach besonderen Erlebnissen und kulturellen Angeboten. Die Klosterlandschaft wolle mit ihrem Programm unterschiedliche Zugänge zu Musik, Kunst und den besonderen Orten der Region ermöglichen.

Klöster als Kultur- und Begegnungsorte

Klösterliche Einrichtungen spielen nach Ansicht der Verantwortlichen sowohl als Kulturerbe als auch als lebendige und spirituelle Orte eine wichtige Rolle. Dabei reicht das Spektrum von Ruinen und Welterbestätten über aktive Benediktinerinnen-Klöster bis hin zu Bildungshäusern. Viele Gäste kämen aus anderen Regionen und entdeckten dabei Orte, die ihnen zuvor nicht bekannt gewesen seien. Auch Künstlerinnen und Künstler, die erstmals in Ostwestfalen-Lippe zu Gast seien, reagierten häufig positiv auf die Vielfalt der Klosterlandschaft.

Der bisherige Programmmix verbindet Konzerte von Solisten und Ensembles, klassische und zeitgenössische Musik, Ausstellungen, Rauminszenierungen sowie musikalische Wanderungen und Radtouren. Diese Verbindung von Kunst, Menschen und besonderen Orten soll auch künftig eine zentrale Rolle spielen.

Mehr Experimente in der nächsten Saison

© Kulturstiftung Marienmünster

© Kulturstiftung Marienmünster

Für die kommende Saison will Jansen das Programm weiterentwickeln. „Wir müssen noch mutiger werden und gemeinsam Experimente wagen“, erklärt der künstlerische Leiter. Vorgesehen sind unter anderem mehr Cross-Over-Projekte und zeitgenössische Klänge sowie stärkere Verbindungen zwischen den Veranstaltungsorten, der Kunst und den Interessen der Festivalgäste.

Die historische Bedeutung der Klosterorte soll dabei weiterhin berücksichtigt werden, ohne den Blick ausschließlich auf die Vergangenheit zu richten. Das Netzwerk wolle vielmehr neue Wege beschreiten und den Kulturraum Ostwestfalen-Lippe vielfältig erlebbar machen. Das Klosterfestival 2026 bildet damit zugleich den Ausgangspunkt für die weitere programmatische Entwicklung.

Rund 75 Einrichtungen im Netzwerk

Zum kulturtouristischen Netzwerk Klosterlandschaft OWL gehören rund 75 klösterliche Einrichtungen in der gesamten Region. Es verbindet aktive Klöster, ehemalige Abteien und klosterähnliche Orte mit dem Ziel, deren kulturelles, spirituelles und historisches Erbe zugänglich zu machen. Einen Schwerpunkt bilden die 25 klösterlichen Einrichtungen im Kreis Höxter. Zentraler Anlauf- und Informationspunkt für die Klosterkultur ist das FORUM Abtei in Marienmünster.

Gefördert wurde das Klosterfestival 2026 vom Kulturland Kreis Höxter, den Kreisen Gütersloh und Paderborn, dem Landschaftsverband LWL, der VerbundVolksbank OWL eG sowie der Gesellschaft der Musikfreunde der Abtei Marienmünster e.V.

Weitere Informationen zur Arbeit des Netzwerks sowie die Online-Version des Programmheftes und Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es unter www.klosterlandschaft-owl.de.