Tourismus im Teutoburger Wald legt leicht zu

Ferienwohnungen und internationale Gäste treiben im ersten Halbjahr 2026 das Wachstum – Hotellerie bleibt stabil

Bielefeld. Der Tourismus im Teutoburger Wald hat im ersten Halbjahr 2026 leicht zugelegt. Nach Angaben der Beherbergungsstatistik von IT.NRW wurden von Januar bis Juni 3.274.510 Übernachtungen und 997.612 Ankünfte registriert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 0,3 Prozent bei den Übernachtungen und 1,2 Prozent bei den Ankünften.

Witterung könnte Wachstum gebremst haben

Bismarckturm bei Herford mit zwei Personen auf der Aussichtsplattform bei Sonnenuntergang

Teutoburger Wald / wfg Herford, D. Ketz

Als möglichen Grund für das insgesamt verhaltene Wachstum nennt der Teutoburger Wald Tourismus die Witterung. Von den vier großen Feiertagswochenenden im ersten Halbjahr bot demnach nur Pfingsten verlässliches Ausflugswetter. Ostern, Christi Himmelfahrt und Fronleichnam waren dagegen weitgehend von ungünstigem Wetter geprägt. Gleichzeitig buchen Gäste zunehmend kurzfristig und orientieren ihre Reiseentscheidung damit stärker an aktuellen Wetterprognosen.

Ferienwohnungen mit deutlichen Zuwächsen

Die stärkste Entwicklung verzeichneten Ferienwohnungen und Ferienzentren. Die Zahl der Ankünfte stieg um 39,5 Prozent, die Übernachtungen nahmen um 35,8 Prozent zu. Parallel dazu wuchs auch das Angebot deutlich: Die Zahl der Betriebe erhöhte sich um 25,4 Prozent, die Zahl der Betten um 34,4 Prozent. Damit setzt sich nach Angaben der Tourismusorganisation der Trend zu individuellen und flexiblen Reiseformen fort. Auch naturnaher Urlaub, Outdoor-Erlebnisse und die gute Erreichbarkeit der Region stützen die Nachfrage. Die hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre im Campingbereich bestätigten sich im ersten Halbjahr 2026 dagegen zunächst nicht.

Hotellerie bleibt weitgehend stabil

Die Hotels in der Region kamen auf 0,7 Prozent mehr Ankünfte, während die Zahl der Übernachtungen um 0,3 Prozent zurückging. Damit verkürzte sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer leicht. Hotel garnis entwickelten sich mit einem Plus von 2,9 Prozent bei den Ankünften und 0,5 Prozent bei den Übernachtungen etwas stärker.

Gleichzeitig setzt sich der Strukturwandel im Übernachtungsgewerbe fort. Betriebsaufgaben und Schwierigkeiten bei Unternehmensnachfolgen verändern die Angebotsstruktur, während zugleich neue Häuser hinzukommen. Im Juni 2026 waren 692 Betriebe mit insgesamt 39.085 Betten geöffnet. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren das 0,7 Prozent mehr Betriebe und 1 Prozent mehr Betten.

Deutlich mehr Gäste aus dem Ausland

Überdurchschnittlich entwickelte sich die internationale Nachfrage. Bei ausländischen Gästen stieg die Zahl der Ankünfte um 10,5 Prozent, die Übernachtungen legten um 7,1 Prozent zu. Wichtigster ausländischer Quellmarkt bleiben die Niederlande. Auf niederländische Gäste entfallen mehr als 20 Prozent aller ausländischen Übernachtungen. Dahinter folgen Polen und Großbritannien.

Markus Backes, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH und Leiter des Teutoburger Wald Tourismus, bezeichnet Ferienwohnungen und Gäste aus dem Ausland als die klaren Wachstumstreiber des ersten Halbjahres. Zugleich verweist er auf hohe Energie- und Lebensmittelpreise sowie den anhaltenden Fachkräftemangel. Für den Tourismus im Teutoburger Wald sieht Backes das moderate Wachstum als Ansporn, weiterhin gezielt in Qualität und Infrastruktur zu investieren und die Region langfristig erfolgreich am Markt zu positionieren.