Wehende Fahnen für ein gewaltfreies Leben

Fahnenaktion GueterslohGütersloh (gpr). Am Dienstag, 25. November, wird weltweit aller Frauen und Mädchen gedacht, die Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt wurden und werden. In Gütersloh werden mit der Fahne „Frei leben ohne Gewalt!“ Zeichen für die Rechte von Frauen gesetzt. Die hellblaue Fahne mit der Kontur einer Frau weht vom 21. bis 28. November vor dem Rathaus und im Stadtgebiet in Gütersloh. Seit vielen Jahren wird die Fahnenaktion von den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten organisiert. Sie soll Frauen und Mädchen ermutigen, sich aus bestehenden Gewaltbeziehungen zu lösen und sich ein Leben ohne Gewalt aufzubauen

Erst jüngst war das Thema häusliche Gewalt in Gütersloh im Fokus der Öffentlichkeit. Der brutale Übergriff im vergangenen Monat auf eine 35-jährige Gütersloherin, die einige Tage nach dem Angriff an ihren Verletzungen verstarb, hat viele Menschen erschüttert. Die Arbeit des Vereins Frauen für Frauen stellt in Gütersloh eine wesentliche Säule im Kampf gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen dar. Im Frauenhaus finden Frauen mit ihren Kindern Schutz und Unterkunft „Wir sind dankbar, dass es vor Ort möglich ist, aus der Spirale der Angst und der Gewalt auszubrechen“, erläutert die Gleichstellungsbeauftragte Inge Trame.

„Leider muss das Frauenhaus Gütersloh immer wieder um seine Existenz bangen. Es gibt keine stabile Finanzierung. Seit Jahren sind die Personalkostenzuschüsse für das Frauenhaus gleich geblieben. Dem stehen steigende Kosten auf allen Ebenen gegenüber. Der Aufwand ausreichend Geld aufzubringen immer größer. Das Frauenhaus ist daher dringend auf Spenden angewiesen“ ergänzt Petra Strauss, Leiterin des Frauenhauses.

Der Trägerverein Frauen für Frauen des Frauenhauses, der Frauenberatungsstelle und der Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt setzt sich seit über 30 Jahren für ein gewaltfreies Leben von Frauen und Kindern in Gütersloh ein. Hier erhalten die Betroffenen Unterstützung bei der Verarbeitung der Gewalt und können Beratung bei rechtlichen, sozialen und finanziellen Fragen in Anspruch nehmen. „Im letzten Jahr fanden 77 Frauen und 66 Kinder Schutz vor häuslicher Gewalt im Gütersloher Frauenhaus“, berichtet Lydia Wesemann, Mitarbeiterin im Frauenhaus

Gedenktag „Gewaltfreies Leben“
Der internationale Gedenktag geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal zurück, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt. 1981 wurde bei einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen der 25. November zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen ausgerufen. Seit 1999 ist der Tag von den Vereinten Nationen aufgegriffen. Seither wird in vielen Ländern weltweit dieser Tag zum Anlass genommen, der Gewalt an Frauen und Mädchen zu gedenken.

BU-1: (Foto: der Veranstalter) Gemeinsam gegen Gewalt (v.l.) Stefanie Rimmert (Frauenberatungsstelle) Lydia Wesemann (Frauenhaus), Inge Trame (Gleichstellungsbeauftragte), Nese Mutlu und Gisela Wilbrand (Frauenhaus).