Stadtwerke Bielefeld machen Stromnetz zwischen Uni und Stadtzentrum fit für die Energiewende

Umspannwerke werden mit 110.000-Volt-Leitung verbunden

Bielefeld. Mit dem Baubeginn in der Kurt-Schumacher-Straße starten die Stadtwerke Bielefeld am 4. Oktober in die zweite Phase eines großen Strom-Infrastrukturprojekts für die Stadt. Der Energieversorger baut zwischen dem Umspannwerk an der Universität sowie dem Umspannwerk Zwinger im Stadtzentrum im Auftrag der Bielefelder Netz GmbH in den kommenden Jahren eine 110.000-Volt-Kabelverbindung. Bereits seit Anfang September erfolgen hierfür erste Arbeiten in der Straße Am Zwinger. Im nun folgenden Bauabschnitt werden Leerrohre für die spätere 110kVKabelverbindung in der Kurt-Schumacher-Straße verlegt.

Ein Blick in das Umspannwerk Zwinger, dessen Modernisierung Anfang 2021 abgeschlossen wurde. Foto: Thorsten Ulonska/Stadtwerke Bielefeld

Ein Blick in das Umspannwerk Zwinger, dessen Modernisierung Anfang 2021 abgeschlossen wurde. Foto: Thorsten Ulonska/Stadtwerke Bielefeld

„Der Strombedarf in allen Lebensbereichen steigt ständig. Die Stadtwerke gehen mit dieser Baumaßnahme in Vorleistung, um damit für die in Zukunft zunehmenden Anforderungen an die Netze gewappnet zu sein. Der Neubau dieser 110.000-Volt-Kabelverbindung ist deshalb von großer Bedeutung für die Stadt“, betont Stefan Kronshage, Netzingenieur und Projektmanager im Bereich Netzbau der Stadtwerke Bielefeld. Insbesondere rund um den Campus der Universität Bielefeld mit der neuen Medizinfakultät und den angrenzenden Wohngebieten ist somit für viele Jahrzehnte eine sichere und effiziente Stromversorgung sichergestellt.

Voraussichtlich im Mai 2022 wird der nun in Angriff genommene Bauabschnitt, der die gesamte Fahrspur der Kurt-Schumacher-Straße in Richtung Universität umfasst, abgeschlossen sein. Im Jahr 2023 folgt die Verlegung der Leerrohre in der Stapenhorststraße. Bereits im November dieses Jahres soll die Baumaßnahme in der Straße am Zwinger finalisiert werden. Nach der Fertigstellung des kompletten Leerohrsystems wird schließlich das 110.000- Volt-Kabel eingebracht. Vorrausichtlich im vierten Quartal 2023 verbindet die neue 110kV-Kabelverbindung schließlich das Umspannwerk der Uni mit dem Umspannwerk Zwinger.

Baustelle wandert Richtung Uni

In dem etwa anderthalb Kilometer langen Bauabschnitt auf der Kurt-Schumacher-Straße finden die Arbeiten ab Anfang Oktober zunächst im Bereich zwischen der Stapenhorststraße und der Graf-von-Stauffenberg-Straße statt. Anschließend wandert die Baustelle weiter in Richtung Uni-Umspannwerk. Für den Autoverkehr ist der jeweilige Bereich während der Baumaßnahme gesperrt. Zu Fuß und mit dem Fahrrad kann die Baustelle passiert werden. Die Verlegung wird vorwiegend im offenen Grabenbauverfahren erfolgen. In Bereichen, in denen dieses standardisierte Tiefbauverfahren nicht angewendet werden kann – insbesondere bei schützenswerten Baumbeständen und Verkehrsbauwerken wie Fußgängertunnel und Straßenbrücken – erfolgt die Verlegung mittels Spülbohrung.

Langjährige Planungen

Die Planungen für das Großprojekt der Stadtwerke Bielefeld laufen seit vielen Jahren. Bereits im Frühjahr 2020 hatten die Stadtwerke erstmals öffentlich dazu informiert. Damals nahm ein Spezialunternehmen Untersuchungen des Baugrunds auf der Trasse zwischen Universität und Zwinger vor. Auch die Anfang 2021 abgeschlossene Modernisierung des Umspannwerks Zwinger ist ein Bestandteil beim Ausbau des 110.000-Volt-Verteilnetzes in Bielefeld. Das Umspannwerk, das rund 20.000 Haushalte oder etwa 150 Betriebe versorgen kann, ging 1974 in Betrieb. In ihm wird elektrische Energie mit einer Hochspannung von 110.000 Volt, die aus dem überörtlichen Leitungsnetz stammt, in Energie mit 10.000 Volt Mittelspannung umgewandelt. Anschließend wird die elektrische Energie über Kabel in die umliegenden Innenstadtstraßen verteilt, um schließlich mit nochmals verringerter Spannung (Niederspannung) in den Betrieben, Wohnungen und bei der Stadtbahn anzukommen. Bei der Modernisierung des Umspannwerks wurde von März 2020 bis Januar 2021 als vorbereitende Maßnahme etwa auch der Anschluss an das 110.000-Volt-Netz erneuert.

„Mit der Fertigstellung der Verbindung zwischen Uni und Zwinger schaffen wir zugleich den Lückenschluss zwischen dem Umspannwerk Nord, einem 110kV-Knotenpunkt, und dem Umspannwerk Zwinger. Damit gewährleisten wir einen hohen Versorgungsstandard, auch unter Berücksichtigung der Herausforderungen der Energiewende“, sagt Dr. Nils Neusel-Lange, Geschäftsbereichsleiter Netze bei den Stadtwerken Bielefeld.