Schöne Aussichten für Fauna und Flora an der Röthe

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Detmold: Die Röthe ist in einem mäßigen ökologischen Zustand. In der Vergangenheit wurden die Gewässer aus unterschiedlichsten Gründen begradigt und ausgebaut, beispielsweise um Land für die Landwirtschaft oder für Siedlungen zu gewinnen. Die Folge: Fauna und Flora verarmten. Jetzt soll in einem Gewässerabschnitt bei Nieheim hinter einem Brückendurchlass ein rund 40 Zentimeter hoher Absturz beseitigt werden. Denn der stellt für die meisten Wasserlebewesen ein unüberwindbares Hindernis dar.

Um das Hindernis zu beseitigen legen Mitarbeiter des Beschäftigungsprojektes des Kreises Höxter Hand an. Sie bauen eine flache, etwa 25 Meter lange Steinrampe, eine sogenannte Sohlgleite. Sie soll das natürliche Struktur- und Strömungsbild der Röthe nachempfinden. „Hier wird mit Manpower im wahrsten Sinne des Wortes viel bewegt. Verbaute, versteinte und unnatürliche Gewässer werden wieder in einen naturnahen Zustand gebracht. So will es die europäische Wasserrahmenrichtlinie“, erläutert Birgit Rehsies, Wasserwirtschaftsdezernentin bei der Bezirksregierung Detmold. Die Behörde unterstützt das kreisweite Projekt mit 80 Prozent aus Landesmitteln. „Ziele des Projektes sind, kleinere Fließgewässer zu renaturieren und in der Öffentlichkeit auf die Belange des Gewässerschutzes aufmerksam zu machen“, sagt Projektleiter Dr. Stefan Krooß.

069_PM_Roethe_210813-2Der Kreis Höxter renaturiert im Rahmen des Gewässerentwicklungsprojektes in Kooperation mit den Städten Abschnitte ausgewählter Fließgewässer. Die ökologische Aufwertung und die natürliche Entwicklung der Gewässer sowie die Beseitigung von Wanderhindernissen für Fische im Sinne der EG- Wasserrahmenrichtlinie spielen dabei eine wesentliche Rolle. Zwölf Langzeitarbeitslose und sechs Bürgerarbeiter werden für einen befristeten Zeit- raum in der Arbeitsgelegenheit beschäftigt. Sie erhalten Einblick in den Gartenbau und die Landschaftspflege.

Im Zuge der Umsetzung von Gewässerentwicklungsmaßnahmen im Kreis Höxter werden in Zusammenarbeit mit den Kommunen Maßnahmen an Fließgewässern zur Verbesserung des Gewässerzustandes realisiert. Grundlage sind die vorliegenden Gewässerentwicklungskonzepte.

Zu den Aufgaben gehören unter anderem:

· die Wiederherstellung und Erhaltung der natürlichen Dynamik, der Struktur und Funktionsfähigkeit der Fließgewässer,

· die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit,

· die Beseitigung von Verrohrungen und Betonteilen,

· das Entfernen von standortfremden Gehölzen sowie die Durchführung von Pflanzarbeiten mit standortgerechten Gehölzen,

· die Entfernung von Sohlabstürzen und Gewässerverrohrungen,

· die Renaturierung von Gewässerabschnitten,

· die Schaffung von Vernässungsbereichen,

· das Abschrägen oder Aufweiten von Uferbereichen zur Unterbindung naturferner Ufersicherung (gegebenenfalls naturnahe Sicherung mit Natursteinen oder Faschinen) und

· die Strukturanreicherung durch Einbringen von Störsteinen (zum Beispiel zur Verringerung der Fließgeschwindigkeit).

 

 Weitere Informationen gibt es unter

· www.weser.nrw.de

· www.kreis-hoexter.de/tourismus-kultur/gewaesserentwicklung

BU1: Renaturierung der Röthe in Nieheim: Mike Rinno, Björn Jäckel, Karsten Mattijat und Oliver Rosenhäger (von links) arbeiten mit im Gewässerentwicklungsprojekt im Kreis Höxter. Insgesamt bewegen hier derzeit sieben Beschäftigte etwa 100 Tonnen Steine, um das Gewässer wieder für Fische und Kleinstlebewesen durchgängig zu machen.

BU2: Landrat Friedhelm Spieker (von links), Birgit Rehsies (Dezernentin Wasserrahmenrichtlinie, Bezirksregierung Detmold), Franz-Josef Lohr (Bauamtsleiter Stadt Nieheim) und Dr. Kathrin Weiß (Abteilungsleiterin Kreis Höxter) machen sich vor Ort ein Bild von der Projektarbeit.