Pflegefall in der Familie: Was tun?

Broschüre 1Kreis Paderborn (krpb). Manchmal kann es ganz schnell gehen. Ein Unfall, ein Sturz oder einfach das Alter: Und auf einmal hat man einen Pflegefall in der Familie oder ist selbst betroffen. Der Alltag ist auf den Kopf gestellt, für alle Beteiligten. Was tun? Wer hilft? Julia Holzhauer und Friederike Schilpp haben im Rahmen ihres Bachelor-Studiums an der Fachhochschule Bielefeld für den Kreis Paderborn eine handliche Broschüre entwickelt, die über das komplette Leistungsangebot des Pflegestützpunktes in der Paderborner Kreisverwaltung informiert. Erklärt wird darin, was ein solcher Pflegestützpunkt leistet, wer die Ansprechpartner sind und welche finanziellen und organisatorischen Entlastungen es in der Pflege gibt. „Denn was man in dieser Situation auf jeden Fall braucht, sind umfassende Information und Beratung“, betonen die beiden Studentinnen.

Holzhauer und Schilpp studieren „Anleitung und Mentoring in den Gesundheitsberufen“. Das Ziel des Studienprojektes lautete, „eine organisationsbezogene und adressatengerechte Informationsbroschüre“ zu entwickeln. In den vergangenen Wochen waren beide häufig zu Gast im Paderborner Kreishaus: Gemeinsam mit den Pflegeberaterinnen des Kreises, Christa Kröger und Beate Wippermann, stellten sie die Inhalte zusammen. Durch den Schulterschluss von Uni und Praxis ist eine Broschüre entstanden, die sich am Alltag der Betroffenen orientiert und auf 20 Seiten übersichtlich und leicht verständlich die wichtigsten Fragen rund um die Pflege beantwortet.

„Uns war es wichtig, den Pflegestützpunkt als seriösen und professionellen Anbieter vorzustellen und klar abzugrenzen“, betont Holzhauer. Seit Januar 2011arbeitenim Paderborner Kreishaus Fachkräfte des Kreises Paderborn sowie der Pflegekassen AOK NordWest und Barmer GEK gemeinsam unter einem Dach, um über vorhandene Hilfen, auch finanzieller Art, von der seniorengerechten Wohnung über ambulante Pflege bis hin zur stationären Pflege im Pflegeheim zu informieren.

Ob Alter, Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder Behinderung: Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich zu Hause leben. Durch umfassende Informationen und eine individuell gewählte Versorgungsform kann häufig ein möglichst langer

Verbleib in gewohnter Umgebung erreicht werden. Die Fachkräfte des Pflegestützpunktes helfen dabei, das hinzubekommen.

„Das Angebot ist neutral und kostenlos. Alle Gesprächsinhalte und Daten werden streng vertraulich behandelt“, stellt Wippermann heraus. Dort hingehen könne wirklich jeder, unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kranken- oder Pflegekasse. Bürgerinnen und Bürger, die sich an den im September 2011 zertifizierten Pflegestützpunkt des Kreises wenden, profitieren nicht nur von den Fachämtern, die unter dem Dach des Kreises vereint sind. Aufgebaut wurde zudem ein Netzwerk bestehend aus Kooperationspartnern für pflegerische, medizinische und soziale Leistungen. Dazu zählen die umliegenden Sozialdienste der Krankenhäuser, Tagespflegeeinrichtungen, stationäre Einrichtungen und ambulante Pflegedienste. „Wir beraten somit aus einem Guss und können auf Wunsch auch Hilfen organisieren und vermitteln“, bekräftigt Kröger, die wie ihre Kollegin examinierte Krankenschwester ist und über eine langjährige Berufserfahrung verfügt. Betroffene und Hilfesuchende müssen sich also nicht zeitraubend durchtelefonieren und viele Wege in Kauf nehmen: Ein Weg ins Kreishaus reicht.

Kommt das auch in der Broschüre so rüber? „Klares Ja“, so die Studentinnen. Denn sie haben diese nicht nur an Einrichtungen und Betroffene verteilt sondern eine Befragung mit selbst entwickelten Fragebögen durchgeführt. „Die Klienten fanden die Informationen anschaulich dargestellt und haben sie für sich persönlich als hilfreich empfunden“, erklärt Schilpp.

Die Broschüre ist auf den Internetseiten des Kreises unter www.kreis-paderborn.de einzusehen und im Pflegestützpunkt (kostenlos) erhältlich.

Sprechzeiten:

Der Pflegestützpunkt ist an folgenden Tagen in Zimmer 406 des Kreishauses Paderborn in der Aldegreverstraße 10 – 14 erreichbar:

dienstags 9:00 Uhr – 12:00 Uhr
mittwochs 9:00 Uhr – 12:00 Uhr
donnerstags 14:00 Uhr – 18:00 Uhr

Zusätzlich auch an jedem ersten Mittwoch im Monat im Kleinen Sitzungssaal des Historischen Rathauses in der Paderborner Innenstadt von 9:30 Uhr bis 12:30 Uhr. Nächster Termin: Mittwoch, 4. September.

 Tel.: 05251 308 406 oder – 407.

BU: von links nach rechts: Handlich, übersichtlich und informativ: Julia Holzhauer, Beate Wippermann, Friederike Schilpp und Christa Kröger präsentieren die neue Informationsbroschüre. (Foto: Paderborn)