Museum mit Kulturpreis des Landes Baden Württemberg ausgezeichnet

Museum fuer russlanddeutsche Kulturgeschichte AuszeichnungDetmold.„Ich habe heute die Freude, im Namen der Landesregierung Persönlichkeiten und Einrichtungen auszuzeichnen, die sich durch ihr künstlerisches Wirken um die Kultur der Deutschen aus Russland verdienst gemacht haben.“ Das sagte Innenminister Reinhold Gall MdL bei der Verleihung des Russlanddeutschen Kulturpreises an das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte. Das Land Baden-Württemberg hat den Russlanddeutschen Kulturpreis 1996 ins Leben gerufen und vergibt ihn seither alle zwei Jahre. Er sei ein zentrales und bedeutendes Element des Bekenntnisses zu den Deutschen aus Russland. Das Patenland bringe mit dem Preis seine Wertschätzung gegenüber der russlanddeutschen Kultur und ihren Repräsentanten zum Ausdruck. „Das kulturelle Erbe der Russlanddeutschen gehört zum geistig-kulturellen Vermögen unseres ganzen Volkes und ist Teil der gesamten deutschen Kultur. Wir wollen es bewahren und weitergeben“, betonte Gall. Dazu soll der Preis auch Anreiz und Impuls für alle Kulturschaffenden sein, mit ihren Werken zum Erhalt und zur Pflege der russlanddeutschen Kultur beizutragen.

Die Arbeit des Museums erhielt den mit 5000 € dotierten Hauptpreis für das außerordentliche Engagement bei der Verbreitung und Förderung von russlanddeutscher Kultur und Identität. Die Jury sei sich einig, dass das 1996 aus einer privaten Initiative hervorgegangene Museum am besten dem entspreche, was der Preis auszeichnen solle: Engagement bei der Vermittlung, Verbreitung und Förderung russlanddeutscher Kultur und Identität. Unter der Leitung von Dr. Katharina Neufeld habe das Museum eine sehenswerte Sammlung aufgebaut. Besonders bemerkenswert sei, dass alles in ehrenamtlicher Arbeit bewältigt werde. Auch Nina Paulsen lobte im Auftrag der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland in ihrer Laudatio die Arbeit des Museums: „Das Demolder Museum ist ein Auswanderermuseum der besonderen Art“, da es sich als erstes und einziges Museum dauerhaft der 250jährigen Geschichte der Russlanddeutschen widmet.“ So würden nicht nur Brücken zwischen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Russlanddeutschen gebaut, sondern auch Brücken zwischen den Völkern. Weiter hob sie die herausragenden Aktionen des Museums hervor, wie das umfangreiche Theaterprojekt „Das Gras unter unseren Füßen“ in Kooperation mit dem August-Hermann-Francke-Gymnasium Detmold im vergangenen Jahr und die aktuelle Sonderausstellung zur Geschichte und Kultur der Siedlungen um St. Petersburg in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Russischen-Begegnungszentrum St. Petersburg.

Die Leiterin des Museum Dr. Katharina Neufeld dankte dem Land Baden-Württemberg und dem Innenminister Rainhold Gall für den Preis. Es sei eine besondere Ehre für alle ehrenamtlich Kulturschaffenden. Sie sei sich als Russlanddeutsche dem Rückhalt ihrer Landsleute bewusst, denen die Vermittlung der Kultur und Geschichte der Russlanddeutschen ein ebensolches Anliegen sei, wie dem Museum selbst. Weitere zwei Förderpreise gingen an Rose Steinmark, Deutschlehrerin und Chefdramaturgin des Deutschen Nationaltheaters in Kasachstan und Moderatorin des Staatsfernsehens für deutsche Programme; und an Eugen Böble, Vorsitzender des Literatenkreises für die Bewahrung russlanddeutscher Identität.

BU-1: (Foto: der Veranstalter) Dr. Neufeld nimmt Kulturpreis von Innenminister Gall entgegen.