Landgericht: Mann setzt seine ehemalige Freundin in Brand

Bielefeld (iw). Erster Prozesstag: Dienstag, 3. September 2013.
Der Angeklagte Davor M. (Name von der Redaktion geändert) wird  aufgrund des Verdachts des versuchten Totschlags der Richterin vorgeführt. Deutlich ist dem 35-Jährigen die sowohl emotionale als auch psychische Belastung anzumerken. Er macht einen betroffenen, jedoch vernehmungsfähigen Eindruck.

Folgendes wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor:

In der Nacht auf den 03.11.2012 soll der Angeklagte seiner ehemaligen Lebensgefährtin im Rahmen eines Streites mehrmals gegen den Kopfbereich, in den Bauch und Rücken geschlagen. Zudem soll er sie ebenfalls mehrmals gewürgt haben. Dabei soll er gedroht haben, die Zeugin umzubringen. Die Zeugin soll Hämatome an der linken Schläfe, am Rücken, an den Händen und Würgemale am Hals erlitten haben.

Am 15.03.2013 soll der Angeklagte seiner ehemaligen Lebensgefährtin im Flur des von dieser bewohnten Mehrfamilienhauses aufgelauert und sie die Kellertreppe herunter gezerrt haben. Dabei sollen beide ins Straucheln geraten und auf der Hälfte der Treppe auf einer Plattform liegen geblieben sein. Dort soll der Angeklagte die Zeugin mit mitgebrachtem Brennspiritus überschüttet und diesen angezündet haben. Der in Flammen stehenden Zeugin soll es gelungen sein, aus dem Haus zu fliehen. Vor dem Haus sollen die Flammen durch umstehende Passanten, die der Zeugin auch Erste Hilfe leisteten, gelöscht worden sein. Währenddessen soll der Angeklagte den Tatort verlassen haben.

Die Zeugin befand sich nach der Tat in einem lebensbedrohlichen, jedoch stabilen Zustand. Sie soll dauerhaft entstellt worden sein. Davor M. erlitt Brandverletzungen ersten und zweiten Grades an sowohl beiden Händen, als auch in Bereich des Ober- und Unterschenkels.

Am 16.03.2013 erfolgte ein Haftbefehl gegen den Angeklagten, der seit dem in U-Haft sitzt.

Text: Ines Wollenteit