IHK Lippe fördert die Hochschule OWL im Bereich „Arbeits- und Fabriksysteme“

00079579_0020_002Detmold. Die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) finanziert über fünf Jahre eine neue Stiftungsprofessur im Fachbereich „Produktion und Wirtschaft“ der Hochschule OWL. Im Fokus der Stiftungsprofessur stehen moderne „Arbeits- und Fabriksysteme“. In der stark interdisziplinär angelegten Professur sollen Maschinen- und Anlagenbauer aus der Region, Komponenten- hersteller und Anwender einen wichtigen Partner für die Entwicklung zukünftiger Produktionssysteme finden. Zentrale Herausforderungen sind hier etwa die ergonomische Gestaltung, die sichere und intuitive Bedienung sowie die Interaktion von Menschen und Maschinen. Die Stiftungsprofessur wird die gerade gegründete Hochschul-Forschungsgruppe „Pro-Ergo – Ergonomische Gestaltung von Produktionsmaschinen im Kontext von Industrie 4.0“ nachhaltig stärken.
„Produktionsanlagen werden immer komplexer und vernetzter. Gleichzeitig müssen sie ergonomisch gestaltet und sicher und einfach zu bedienen sein“, beschreibt Ernst-Michael Hasse, Präsident der IHK Lippe, die Herausforderungen der Unternehmen. „Mit der Stiftungsprofessur ‘Arbeits- und Fabriksysteme‘ wollen wir Hersteller und Anwender auf dem Weg zur Fabrik der Zukunft doppelt unterstützen – durch intensiven Transfer und gut ausgebildete Absolventen.“

„Die Förderung der IHK stellt eine besondere Wertschätzung und Bestätigung der Arbeit an der Hochschule OWL dar“, freut sich Präsident Dr. Oliver Herrmann. „Eine exzellente Forschung und Entwicklung ge- hört zu den Kernaufgaben an der Hochschule. Dabei ist insbesondere die interdisziplinäre Forschung Grundlage unserer Zukunftsstrategie“, erklärt er. „Unser Ziel ist es, die hohe Qualität der einzelnen Fachbereiche weiter zu sichern und auszubauen. Dabei legen wir viel Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit regionalen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft.“

„Die Stiftungsprofessur passt hervorragend in die Forschungsstrategie der Hochschule, die in einem vom Maschinenbau sowie der Produktions- und Automatisierungstechnik geprägten industriellen Umfeld verankert ist“, bestätigt Professor Stefan Witte, Vizepräsident für Forschung Technologietransfer. „Mit unserem Engagement wollen wir den Innovationsstandort Lippe, aber auch den Wirtschaftsstandort insgesamt weiter stärken“, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Axel Martens fest. „Die Stiftungsprofessur ergänzt die herausragenden Aktivitäten der Hochschule im Zukunftsthema „Industrie 4.0“ um den wichtigen Baustein der Er- gonomie und Bedienfreundlichkeit. Damit sind wir  auch angesichts der demographischen Herausforderungen  am Puls der Zeit.“

1„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung der IHK Lippe. Diese unterstreicht die Bedeutung dieses Themas für die betriebliche Praxis sowie für Forschung und Lehre“, sagt Professor Sven Hinrichsen. Hinrich- sen ist Sprecher der Forschungsgruppe „Ergonomische Gestaltung von Produktionsmaschinen im Kontext von Industrie 4.0 – ProErgo“. Diese widmet sich der Entwicklung von innovativen ergonomischen Stan- dards für Produktionsmaschinen. Arbeitszufriedenheit und Wettbewerbsvorteile sollen so gesteigert werden. Im Forschungsschwerpunkt stellen sich Fragen, wie etwa: Wie intuitiv lässt sich die Maschine bedie- nen? Wird der Anlernprozess von neuen Beschäftigten durch die Maschine unterstützt? Wie können Assistenzsysteme Prozesse der Instandhaltung, des Rüstens oder des Bedienens unterstützen? Eine erste Studie zu Lasersinteranlagen ist bereits abgeschlossen.

Die Forschungsgruppe „ProErgo“ ist fächerübergreifend angelegt. Zu ihr gehören Professorinnen und Pro-fessoren aus den Fachbereichen „Produktion und Wirtschaft“, „Architektur und Innenarchitektur“ sowie „Elektrotechnik und Technische Informatik“. Leistungen in Forschung und Lehre sollen zudem in enger Kooperation mit Unternehmen aus der Region erbracht werden. Ziel ist es, gemeinsam mit Herstellern, Betreibern und Nutzern innovative ergonomische Standards für Produktionsmaschinen und deren Betrieb zu erforschen und diese im Rahmen von Maschinenprototypen zu erproben. Exemplarisch ergonomisch gestaltete Produktionsmaschinen sollen zu Demonstrationszwecken betrieben werden.

Stiftungsprofessuren an der Hochschule OWL: „Arbeits- und Fabriksysteme“ ist bereits die vierte Stiftungsprofessur, die die Hochschule seit 2013 einwerben oder besetzen konnte. Die weiteren sind die Stiftungsprofessur Musikinformatik im gemeinsamen „Zentrum für Musik- und Filminformatik“ mit der Hochschule für Musik Detmold (April 2013), die Stiftungsprofessur „Nutzergerechte Gestaltung von technischen Systemen mit dem Schwerpunkt Informatik“ (Juli 2013) sowie die Stiftungsprofessur am Fachbereich „Life Science Technologies“ im Studiengang „Technologie der Kosmetika und Waschmittel“ (September 2013). Dr. Oliver Herrmann dazu: „Drei Stiftungsprofessuren im letzten Jahr sind hervorragend und belegen unsere Forschungsstärke!“

Bildunterschrift: Die IHK Lippe finanziert über fünf Jahre eine neue Stiftungsprofessur im Bereich „Arbeits- und Fabriksysteme“: IHK-Präsident Ernst-Michael Hasse, Hochschulpräsident Dr. Oliver Herrmann, IHK-Hauptgeschäftsführer Axel Martens, Professor Sven Hinrichsen und Hochschulvizepräsident Professor Stefan Witte (von links).

Foto: Schneider Copyright: Hochschule OWL

Schlagwörter: