Ferienspielkinder bei Miele

MieleFerienspiele2Gütersloh (gpr). Das Werkgelände ist über 60  Fußballfelder groß, gut 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten am Standort Gütersloh und 4000 Waschmaschinen gehen täglich vom Band: Wie riesig die Dimensionen sind,  wird den 12 Jugendlichen, die am Dienstag im Rahmen der Ferienspiele Miele besuchten, auf ihrem Weg durch das Werk schnell deutlich.

„Ihr dürft alles anfassen, aber nur mit den Augen“, sagt Monika Diekmann-Gottenströter, die bei Miele in der Ausbildungsabteilung tätig ist. Begleitet wurde sie von Kevin Kley, Janina Kuhn und Franziska Schalk, die als Auszubildende aus dem kaufmännischen Bereich die Führungen für Schüler, Studenten und Auszubildende übernehmen. Die drei machen das gern. „Dadurch habe ich einen guten Überblick und lerne immer wieder etwas Neues aus der Produktion kennen“, sagt Kevin Kley, Industriekaufmann im zweiten Ausbildungsjahr. Begleitet werden die Kinder auch durch Kosta Tsirogiannis von der Werkfeuerwehr, der vor 24 Jahren als Industriemechaniker bei Miele angefangen hat und heute seinen Traumberuf ausübt, als hauptamtlicher Feuerwehrmann bei Miele.

MieleFerienspielePresse.Lucas von der Geschwister-Scholl-Schule ist bereits zum zweiten Mal bei der Werkführung dabei. „Das Pressen ist gigantisch“, sagt er beeindruckt. Damit meint er die großen Pressen, die auf Gummipuffern stehen, weil sie mit einer Kraft von 1000 Tonnen die Blenden für die Waschmaschinen ausstanzen. Spannend ist auch das „Hydroforming“ des Laugenbehälters, der mit hohem Wasserdruck seine Form erhält. „Das geschieht mit 160 bar“, sagt Kevin Kley, „der Druck aus dem Wasserkran beträgt zum Beispiel nur drei bis vier bar“. Ob Laugenbehälter oder Waschtrommel: Jedes einzelne Gerät kommt auf den Prüfstand und wird kontrolliert. Bei der Waschtrommel geschieht das mit einem Damenstrumpf. „Das ist simpel, aber effizient“, sagt Kley. Bei der kleinsten Unebenheit würde der Damenstrumpf aus Nylon zerreißen, so Kley.

In der Endmontage erfahren die Kinder, was bei einer Waschmaschine die „Hochzeit“ bedeutet. „Das passiert, wenn Rahmen und schwingendes Aggregat zusammengeführt werden“, sagt Janina Kuhn. 900 Mitarbeiter arbeiten allein in der Endmontage in einer Halle von 25 000 Quadratmetern. Dem 12-jährigen Philipp ist etwas aufgefallen. „Ich habe hier mehr Menschen gesehen, als ich gedacht habe. Das ist bei der Autoproduktion anders. Da machen das hauptsächlich die Roboter“, meint der Schüler.

Die Werkführung bei Miele ist nur eines von 90 Angeboten, die Gütersloher Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Sommerferienspielen zur Auswahl stehen und von Nadine Becker-Kleinemas von Fachbereich Jugend und Bildung organisiert werden. Doch die Werkführung ist etwas Besonderes. Denn erst die Miele-Stiftung ermöglicht durch ihre Förderung die Mischung aus Sport, Spiel, Spaß und tollen Erlebnissen. Und das seit 38 Jahren. Horst Schübel, Geschäftsführer der Miele-Stiftung, ließ es sich deshalb nicht nehmen, den Kindern zum Abschluss der Werkführung im Miele-Museum noch einiges zur Geschichte zu erzählen.

„Warum produziert Miele keine Buttermaschinen mehr?“, fragt Philip. „Weil die Buttermaschinen früher meistens auf den Bauernhöfen genutzt wurden“, sagt Schübel. Und weil es heute die abgepackte Butter aus der Industrie gibt, braucht heute niemand mehr ein Butterfass. Doch das Butterfass sei aus Holz gewesen, was die Miele-Tüftler auf die Idee gebracht habe, aus einem Holzfass eine Waschmaschine zu bauen. So sei die erste Waschmaschine entstanden, erläutert Schübel.

BU: Bewegte Geschichte rund um die Waschmaschine: Horst Schübel von der Miele-Stiftung kann den Ferienspielkindern vieles erzählen, er selbst war 42 Jahre bei Miele beschäftigt.