Eine Kita für Alle – „Villa Kunterbunt“ wird 40 Jahre alt

Villa-Kunterbunt_1Lemgo. Gestern eine rein heilpädagogische Einrichtung, heute auf dem Weg hin zu einer modernen inklusiven Kindertagesstätte: Vor 40 Jahren hat der Kreis Lippe den damals noch vom Diakonischen Werk der Lippischen Landeskirche in Lemgo betrieben „Sonderkindergarten“ übernommen.

„Das pädagogische Konzept der Einrichtung steht heute unter dem Motto: Eine Kita für Alle und spiegelt sich auch im Namen Villa Kunterbunt wider“, erläutert Klaus Kuhlmann, Leiter des Eigenbetriebs Schulen des Kreises Lippe und Verantwortlicher für die Einrichtung. So werden heute in zwei Integrationsgruppen Kinder mit und ohne Handicap gemeinsam betreut. Hinzu kommen zwei heilpädagogische Gruppen. Zum Team der „Villa Kunterbunt“ gehören neben den Erzieherinnen und Heilerzieherinnen auch eine Logopädin sowie eine Motopädin. Außerdem gibt es Kooperationen mit externen Therapeuten, die mit den Kindern direkt in der Einrichtung arbeiten. „Am Beispiel der Villa Kunterbunt können wir sehen, dass Inklusion gelingen kann. Zu verdanken ist dies vor allem dem pädagogischen Fachpersonal, das sich durch stetige Weiterqualifikation für die bestmögliche Förderung der Kinder engagiert“, freut sich Landrat Friedel Heuwinkel. Für das Kindergartenjahr 2015/2016 ist die Einrichtung einer reinen U3-Gruppe, bestehend aus Kindern mit und ohne Handicap, geplant. Voraussetzung hierfür ist, dass der erforderliche Anbau mit Baukosten von etwa 90.000 Euro auch gefördert wird. Sechs U3-Plätze stehen heute  aber schon zur Verfügung. „Außerdem streben wir die Zertifizierung als `Literaturkita´ an, da gerade in unserem heutigen Zeitalter die Betrachtung von Bilderbüchern viel zu kurz kommt“, erklärt Kirsten Fricke, Leiterin der „Villa Kunterbunt“. Bereits erfolgreich abgeschlossen hat die Einrichtung die Zertifizierung als Bewegungskindergarten.

Dank der Kooperation und der räumlichen Nähe zur Astrid-Lindgren-Schule können die Kinder der „Villa Kunterbunt“ zum Beispiel das dortige Lehrschwimmbad, einen Snoezelraum, ein  AirTramp und den naturnah gestalteten Außenbereich mitnutzen. Allein in den 40 Jahren der Trägerschaft des Kreises Lippe hat sich die Einrichtung vom reinen Sonderkindergarten in Lemgo mit dem Umzug nach Leese und der Erweiterung um die Regelgruppe im Jahr 1988 über eine additive Einrichtung bis hin zur inklusiven Einrichtung durch Schaffung der Integrationsgruppen zum Kindergartenjahr 2011/2012 und zahlreicher gemeinsamer Projekte und Aktionen weiterentwickelt.

„Die Entwicklung in den vergangenen Jahren lässt einen positiven Weg erkennen, der uns zu Recht sagen lassen kann: Wir befinden uns auf den Weg zu einer inklusiven Kindertageseinrichtung“, fasst Kirsten Fricke zusammen.

BU: Glückwünsche zum Geburtstag: Landrat Friedel Heuwinkel (rechts) übergibt zum 40-jährigen Bestehen Geschenke an Marvin, Zoe, Luisa, Jonas (vorne von links) sowie den anderen Kindern der „Villa Kunterbunt“. Mit im Bild (außen von links): die Betreuerinnen Britta Engelhard, Martina Konrad, Michaela Jürgensmeier, Melanie Sohns (Förderverein), Thomas Portong (Stadt Lemgo), Kirsten Fricke (Leiterin der „Villa Kunterbunt“) und Klaus Kuhlmann (Leiter Eigenbetrieb Schulen Kreis Lippe).