Die Zukunft der BILD-Zeitung

140212-EXPERT.CIRCLE-Bela-ABielefeld. Béla Anda, Mitglied der Chefredaktion der BILD-Zeitung, war am vergangenen Dienstag im Rahmen des EXPERT.CIRCLEs Gast an der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) in Bielefeld. Anda, 1963 in Bonn geboren, arbeitete von 2002 bis 2005 als Regierungssprecher unter Gerhard Schröder, über den er auch eine Biografie schrieb, war dann als Kommunikationschef bei AWD angestellt und seit 2012 Mitglied der Chefredaktion der BILD.

Nach einer kurzen Einführung durch Prof. Bernd Gäbler zeigte Anda in seinem Vortrag auf, wie er und sein Arbeitgeber die Zukunft der Medien und des Journalismus sehen und sich daran anpassen wollen. Als wichtigste Änderung sieht er die voranschreitende Digitalisierung, besonders im Bereich der klassischen Printmedien. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, hat der Axel-Springer-Verlag bereits mehrere nicht digitalisierungsfähige Blätter wie die „Hörzu“ verkauft und in anderen Sparten, etwa auf dem App-Markt, verstärkt investiert. Nachrichten müssen zudem immer schneller und mobiler werden; so hat Anda etwa bei einer kürzlich erfolgten Reise von Verteidigungsministerin von der Leyen nach Mali bereits vor Ort die ersten Mitteilungen bei Twitter verfasst. Auf diese Weise wird nicht nur sichergestellt, dass die Meldung schneller als bei vielen Konkurrenten erscheint, es wird auch die Präsenz in den sozialen Netzwerken gestärkt.

Das Online-Angebot der BILD wird zudem seit einiger Zeit durch das neue Angebot „Bild+“ ergänzt, bei dem exklusive Artikel und Interviews für ca. 5€ im Monat zur Verfügung stehen. Dieses Modell sei laut Anda dazu geeignet, auch im digitalen Zeitalter Geld mit Journalismus zu verdienen und habe in 6 Monaten bereits über 150.000 Abonnenten.

Im Anschluss gab es noch einige Fragen Prof. Gäblers und des Publikums, bei denen man zum Beispiel erfuhr, dass die Umstellung vom Journalisten zum Regierungssprecher schwerer war als umgekehrt. Außerdem wehrte Anda sich dagegen, die BILD als reine Boulevard- und Trash-Zeitung zu sehen, vielmehr setze man sich auch viel mit seriösen Themen wie Politik auseinander.

BU: Annika Weber (FHM), Béla Anda, Prof. Bernd Gäbler (FHM), Prof. Dr. Astrid Kruse (Dekanin Fachbereich Medien). Prof. Dr. Anne Dreier (Rektorin FHM). Foto: Fachhochschule des Mittelstandes

Artikel: Johannes Weber