Biologische Station dokumentiert Brutplätze der Rotmilane

Milvus_milvus_Salzkotten_20Kreis Paderborn (krpb). In diesen Tagen kehren Rotmilane wieder aus dem milden Südwesten Europas zurück und besetzen ihre Brutplätze. Dann gehört der Anblick der kreisenden „Gabelweihe“, wie der Rotmilan auch genannt wird, wieder fest zur Landschaft des Kreises Paderborn. Mindestens 60 Paare brüten in günstigen Jahren im Kreis Paderborn. Besonders wohl fühlen sich die Rotmilane in der abwechslungsreichen Landschaft der Paderborner Hochfläche mit ihrem Wechsel von Wiesen, Äckern und Wäldern. Den wenigsten ist bekannt, dass der im Paderborner Land recht häufige Greifvogel unter den europäischen Vögeln eine große Besonderheit ist. Rotmilane gibt es weltweit betrachtet ausschließlich in Europa, und mehr als die Hälfte der gut 20.000 europäischen Paare brütet in Deutschland. „So verwundert es nicht, dass hier die Verantwortung für den Schutz dieser eindrucksvollen und auffälligen Vogelart besonders hoch ist und sie in Planung und Rechtsprechung einen hohen Stellenwert einnimmt“, erläutert der technische Dezernent der Paderborner Kreisverwaltung, Martin Hübner. Die Sicherung der Brutplätze sei ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz. Um den Bestand des Rotmilans zu sichern, führt die Biologische Station im Auftrag des Kreises Paderborn in den kommenden Wochen eine Dokumentation aller Brutplätze im Kreisgebiet durch, mit deren Hilfe sich die Nester bzw. Horste der Greifvögel regelmäßig kontrollieren und mögliche Beeinträchtigungen erkennen lassen.

„Der Rotmilan gehört zu den national und international  streng geschützten Arten. Die EU räumt ihm einen besonders hohen Schutzstatus in der EU-Vogelschutzrichtlinie ein“, erläutert Hübner weiter. Deshalb habe der Kreis Paderborn eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Vögel, wenn es um Veränderungen in der Landschaft gehe. „Denn wenn es ihnen bei uns in Deutschland schlecht geht, kann das schon Auswirkungen auf den Fortbestand der Art insgesamt haben“, warnt Hübner.

Nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Ausbau von Windparks war der Rotmilan in letzter Zeit häufig Thema in den öffentlichen Medien. Dabei ist das Vorkommen von Rotmilanen nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium für Vorhaben in der freien Landschaft; es erfordert lediglich eine genaue Betrachtungsweise und gegebenenfalls regelnde Instrumente, um das seit Jahrhunderten bestehende Nebeneinander von Greifvögeln und der  Nutzung der Landschaft durch den Menschen weiterhin zu ermöglichen.

Gefahren für den Rotmilan stellen neben Störungen der Brutplätze landschaftliche Veränderungen dar, die ihre Lebensbedingungen – z. B. das Nahrungsangebot – verschlechtern. Verluste durch Straßenverkehr, an Stromleitungen oder Windkraftanlagen können sich ebenfalls nachteilig auf den Bestand auswirken. „Und leider gibt es auch im Kreis Paderborn vereinzelt noch immer Fälle von illegaler Greifvogelverfolgung“, erklärt Susanne Pöhler vom Paderborner Kreisumweltamt. Das Nachstellen, Fangen oder gar Töten eines Greifvogels stelle eine Straftat dar, die mit empfindlichen Strafen geahndet werde, betont Pöhler.

 

Bildunterzeile: Selten und streng geschützt: Der Rotmilan
Foto: Kreis Paderborn Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit