2.500 gute Taten

Gütersloh (gpr). Sich sozial engagieren statt die Schulbank zu drücken – bereits zum sechsten Mal nehmen neun Gütersloher Schulen an der Aktion „Gütersloh engagiert“ teil. Rund 2.500 Schülerinnen und Schüler haben einen Tag lang ehrenamtlich für einen sozialen Zweck gearbeitet. Vom Einräumen der Regale über kleine Büroarbeiten, handwerkliche Aufgaben und Gassi-Gehen mit dem Nachbarshund bis zum Umgang mit älteren Menschen haben die Schüler unterschiedlichste Erfahrungen gesammelt.

Zeitungsberichte vorlesen und Gesellschaftsspiele spielen: Katja Hornberg-Dobra von der Pflegedienstleitung von Daheim e.V. freut sich über das ehrenamtliche Engagement von den Schülerinnen Tamara Lechner (links) und Luca Hornberg, die den Umgang mit älteren Menschen schätzen gelernt haben.

„Eigentlich macht man nicht viel, aber die älteren Menschen freuen sich total über jede kleine Geste“, zieht Tamara Lechner Bilanz. Die 14-jährige Schülerin der Geschwister Scholl Schule hat einen Tag lang in der Kurzzeitpflege von Daheim e.V. verbracht. Essen anreichen, aus der Tageszeitung vorlesen, bei den Gymnastikübungen behilflich sein – viele kleine Aufgaben, bei denen die Neuntklässlerin das Pflegepersonal unterstützt hat. Insgesamt 19 Schülerinnen und Schüler haben bei „Gütersloh engagiert“ in verschiedenen Bereichen von Daheim e.V. reingeschnuppert. „Der Schulalltag ist auf jeden Fall entspannter“, sagt Luca Hornberg lächelnd. Sie ist bereits zum zweiten Mal in der Einrichtung im Rahmen der Aktion „Gütersloh engagiert“ tätig und schätzt den Umgang mit den zum Teil dementen Senioren. „Man bekommt viel Dank von den Bewohnern zurück und wird sofort in die Gemeinschaft mit eingeschlossen“, erzählt die 15-jährige Schülerin des Städtischen Gymnasiums von ihrer Erfahrung aus dem Aufenthalt in der ambulanten Hausgemeinschaft. „Ich finde das Projekt „Gütersloh engagiert“ einfach nur toll – die Hemmschwelle wird gesenkt und das freiwillige Engagement trägt zu einem besseren Verständnis bei. Die Rückmeldungen aus allen Abteilungen waren durchweg positiv“, resümiert Katja Hornberg-Dobra von der Pflegedienstleitung von Daheim e.V. erfreut. Nicht nur die älteren Menschen freuten sich über die Abwechslung, sondern auch die Schüler profitieren von der neuen Erfahrung für ihre berufliche Orientierung. „Mir hat die Arbeit so viel Spaß gemacht, dass ich weiterhin wahrscheinlich einmal die Woche ehrenamtlich hier tätig bin. Und mit Blick auf die Berufswahl überlege ich, ob ich im medizinischen Bereich bleibe“, so Teilnehmerin Tamara Lechner.

Neben der Einrichtung für ältere Menschen haben sich wieder viele weitere Unternehmen, Institutionen und Privatleute beteiligt: Egal ob bei der Verkehrswacht des Kreises Gütersloh, der Stadtsparkasse, ob bei Unternehmen wie Pfleiderer und Mc Donalds oder bei Bekannten und Nachbarn – jeder Jobanbieter hat einen Teil zu dem sozialen Projekt beigetragen. Mitgemacht haben in diesem Jahr wieder die Geschwister Scholl Schule, die Anne-Frank-Gesamtschule, die Hauptschule Ost, das Evangelisch Stiftische Gymnasium, die Freiherr-vom-Stein Schule, die Elly-Heuss-Knapp Realschule, das Städtische Gymnasium, die Hauptschule Nord sowie die Hermann-Hesse Schule. Die Hälfte der Spenden erhält jeweils die Schule, der andere Teil wird für einen guten Zweck im lokalen Bereich verwendet. Über die Vergabe dieses Spendenteils, von dem Kinder und Jugendliche profitieren sollen, entscheidet das Jugendparlament.

Foto: Zentrale Öffentlichkeitsarbeit/Stadt Gütersloh