Zwangsarbeit bei​ Bielefelder Firmen​

Bielefeld (bi). Am Montag, 29. Oktober, referiert der Historiker Dr. Hans-Jörg Kühne ab 19.00 Uhr im Stadtarchiv, Kavalleriestraße 17 (2. Etage, Saal SO2), über „Polnische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Bielefeld 1939 – 1945“. Der Eintritt ist frei.

In und um Bielefeld beschäftigten etwa 190 Unternehmen Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene: die Dürkoppwerke AG bis zu 3.000 „Fremdarbeiter“ und Kriegsgefangene, die Adler-Nähmaschinenwerke 670, Anker-Werke AG. 620, Miele Cie. 300, Gildemeister 280. Viele kleine Firmen und Gehöfte profitierten ebenfalls.

Dr. Kühne beleuchtet in seinem Vortrag die Lebens-, Arbeits- und Ausbeutungsverhältnisse der Polinnen und Polen, die unter Zwang in der Stadt eingesetzt worden sind. Er hat etliche Veröffentlichungen zur Geschichte der NS-Zeit und des Zweiten Weltkrieges in Bielefeld vorgelegt, darunter im Jahr 2002 die einschlägige Studie „Kriegsbeute Arbeit. Der ‚Fremdarbeitereinsatz’ in der Bielefelder Wirtschaft von 1939 – 1945“.

Der Vortrag findet im Rahmen des Veranstaltungsprogramms zur Ausstellung „Vier Wochen im September – Die Stadtgesellschaft Rzeszów und Bielefeld 1939“ statt, die bis zum 30. Januar 2013 in beiden Städten gezeigt wird. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der für fünf Euro beim Stadtarchiv oder über den Buchhandel erworben werden kann.