Zauber des Unbewussten im MUSEUM WILFRIED KOCH

Rietberg. Ab sofort sind in der Galerie des Kunsthauses Rietberg – Museum Wilfried Koch eigenartigste Graphiken zu sehen, die der Künstler „Telefonzeichnungen“ nennt. Jeder kennt sie – viele lassen sie wie er beim Telefonieren nebenher und unbewusst entstehen und im Papierkorb wieder verschwinden. Wilfried Koch aber hat sie überleben lassen: „Man könnte leicht sagen: Die sind ein gutes Futter für den Psychiater! Und der würde auch gewiss einige Hintergründe erkennen, die auf mehr oder weniger Verborgenes schließen lassen“. Die Zeichnungen entstanden meist in den Sechziger Jahren, Überbleibsel aus allzu langen Telefonaten, langweiligen Konferenzen und Vorträgen. Alle Bilder haben gemeinsam, dass sie in Minutenschnelle ohne Zusammenhang mit den Gesprächen und ohne den Willen zu einer graphischen Mitteilung durch Feder oder Bleistift auf irgend ein Stück Papier gebannt wurden. Wenn man den oft humorvollen, dabei hintergründigen Zeichnungen einen gewissen Ernst entgegenbringt, dann belegen sie am Ende das Wort von René Passeron über surrealistische Kunst: „Es geht weder um Auge noch Hand, es geht um das Herz“. Koch dazu: Ich war nie ein Surrealist. Zwar gelegentlich in Gedanken verloren, aber Bilder findend.“

In der Deele wird weiterhin die farbenfrohe Ausstellung der Glasbildvorlagen gezeigt. Beide Ausstellungen sind bis Ende des Jahres zu sehen.

Bis zum 10. Oktober besteht noch die Möglichkeit, die Fülle an Rietberger Münzen, die vom 16. Jahrhundert bis in das 18. Jahrhundert reicht, anzuschauen.

Gleichzeitig mit der neuen Ausstellung beginnen die Winteröffnungszeiten im Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch. Das Museum kann dienstags bis sonntags in der Zeit von 14.30 bis 18.00 Uhr besichtigt werden.

Foto: Pressestelle Stadt Rietberg/Gartenschaupark