Wundambulanz ist gestartet

Wundversorgung3Bad Driburg. Das St. Josef Hospital bietet Patientinnen und Patienten mit chronischen und problematischen Wunden ab sofort die Möglichkeit, das spezialisierte Angebot einer ambulanten Wundsprechstunde zu nutzen.

Wundheilungsstörungen werden oftmals durch Gefäßkrankheiten verursacht bzw. begünstigt. So kann beispielsweise eine chronisch venöse Insuffizienz zur Entstehung eines im Volksmund genannten „offenen Beines“ beitragen. Das diabetische Fußsyndrom mit einem Druckgeschwür oder das Wundliegen (Dekubitus) zählen im Alltag zu den häufigsten chronischen Wunden. Die Betroffenen haben dabei oftmals einen langen Leidensweg hinter sich, welcher von Schmerzen, Einschränkungen in der Lebensqualität und Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, bis hin zur sozialen Isolation, geprägt ist.

Um chronische Wunden zu heilen, ist ein adäquates, zielgerichtetes und professionelles Wundmanagement notwendig. Dazu gehört nicht nur die Wundversorgung selbst, sondern auch ein interprofessionelles Team, welches die Probleme und Ziele der Patientinnen und Patienten nicht außer Acht lässt. Das Team der Wundambulanz nimmt sich die Zeit, den Betroffenen die Therapiemaßnahmen sowie deren Sinn ausführlich zu erklären: „Nur ein informierter Patient kann die Therapie und Pflege aktiv unterstützen.“ betonen die Wundexperten. Die Beratung befasst sich mit verschiedensten Themen: Förderung der Wundheilung, Vermeidung von wiederkehrenden Wunden, Unterstützung und Anleitung von Angehörigen sowie Informationen über Heil- und Hilfsmittel werden thematisiert.

Das Team der Wundambulanz besteht aus speziell ausgebildeten und qualifizierten Wundexperten sowie Pflege- und Enterostomatherapeutinnen. Neben dem Chefarzt der Gefäßchirurgie, Herrn Dr. med. Töre, ist auch die Funktionsoberärztin Frau Dr. med. Kleine zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung im Krankenhaus ermächtigt. Unterstützt werden die beiden durch die zertifizierten Wundexpertinnen Sr. Iris und Sr. Bettina.

In der ambulanten Wundsprechstunde können sich Betroffene jeden Mittwoch zwischen 13:00 Uhr und 15:00 Uhr mit einer Überweisung von Ihrem Hausarzt vorstellen. Terminabsprachen sind unter der Rufnummer 05253-9852003 oder 05253-9852051 erbeten.

Das neue Angebot ist bereits auf sehr erfreuliche Resonanz gestoßen. Auch aus der weiteren Umgebung nutzen Patienten die Behandlungsmöglichkeit. Björn Röleke ist 36 Jahre alt und kommt aus Marsberg. Nach einer Verletzung beim Holzmachen war eine Wunde am Bein auch nach über 12 Wochen immer noch offen. Durch die intensive Wundbehandlung im St. Josef Hospital und eine begleitende Kompressionstherapie konnte zur Freude des Patienten rasch eine deutliche Besserung erzielt werden. „Ich bin sehr froh, durch private Empfehlungen auf die Wundsprechstunde aufmerksam geworden zu sein – die Ärzte haben außerdem durch weiterführende Untersuchungen ein bislang unentdecktes chronisches Venenleiden bei mir festgestellt.“

Hier zeigt sich, wie wichtig die Verzahnung und Kooperation aller an der stationären und ambulanten Versorgung Beteiligten ist. Im Sinne der Patientinnen und Patienten sollten die Sektorengrenzen nicht starr getrennt sein und der Übergang in die nachfolgende Behandlung stetig optimiert werden. Dieses Ziel verfolgt das Team der Wundambulanz konsequent.

BU: Das Team der Wundambulanz im Einsatz: (v.l.n.r.) Funktionsoberärztin Dr. Kleine, Patient Björn Röleke, Chefarzt Dr. Töre und Wundexpertin Sr. Iris
Foto: Kath. Hospitalvereinigung Weser-Egge gGmbH