Wissenschaftler analysieren kollektive Bewegung

Bielefeld. Welche Mechanismen sorgen dafür, dass Vögel oder Fische in großen Schwärmen nicht  miteinander kollidieren und sich harmonisch miteinander bewegen? Schwarmverhalten ist das bekannteste Beispiel für kollektive Bewegung in biologischen Systemen. Solche Bewegungen existieren aber auch auf der zellulären und organismischen Ebene. Die Untersuchung dieses Phänomens ist vom 5. bis zum 9. November Gegenstand einer Konferenz am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld. Unter der Leitung des Computerwissenschaftlers Professor Dr. Andreas Deutsch (Universität Dresden) und der Biologen Professor Dr. Guy Théraulaz (Université Paul Sabatier Toulouse, Frankreich) und Professor Dr. Tamas Vicsek (Eötvös Loránd University Budapest, Ungarn) ist es das Hauptziel des Workshops, Experten einer rasch wachsenden Forschungsrichtung zusammenzubringen.

Zwei Themen stehen im Mittelpunkt des Workshops: zum einen die Vorstellung von experimentellen Daten und Methoden, die für eine Rekonstruktion und die Modellierung von Interaktionen zwischen den Systemindividuen erforderlich sind. Ein besseres Verständnis darüber, wie Informationsübertragung bei verschiedenen Interaktionsformen (zum Beispiel visuell, chemisch, vibratorisch) zu einem bestimmten kollektiven Muster führt, ist von immenser Bedeutung.

Das zweite Thema ist die theoretische Untersuchung von Organisationsprinzipien, motiviert insbesondere durch die Frage, inwieweit universelle Prinzipien den unterschiedlichen Formen kollektiver Bewegung zu Grunde liegen. In der Tat können unterschiedliche Interaktionsmechanismen zu ähnlichem kollektiven Verhalten führen.

Derzeit gibt es eine große wissenschaftliche Aktivität im beschriebenen Forschungsfeld zwischen Datenerhebung und Modellierung kollektiver Bewegung sowohl in multizellulären Verbänden und Gruppen von Organismen als auch in der Entwicklung und Analyse generischer also möglichst allgemeingültiger Konzepte und Modelle. Die Konferenz will deshalb zu einem

effektiven und schnellen Ideenaustausch beitragen und den Aufbau neuer interdisziplinärer Kooperationen in diesem hochdynamischen Forschungsgebiet ermöglichen. Die Konferenzsprache wird Englisch sein.

Die Konferenz ist öffentlich und kostenlos, um Anmeldung wird gebeten. Medienvertreter sind herzlich eingeladen, über die Veranstaltung zu berichten.

Das ZiF – Zentrum für interdisziplinäre Forschung – fördert als Institute for Advanced Study der Universität Bielefeld herausragende interdisziplinäre und zukunftsweisende Forschungsprojekte. Es ist eine unabhängige, thematisch ungebundene Forschungseinrichtung, offen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Länder und aller Disziplinen.

Tagungszeiten:
5. November, 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr
6. November, 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr
7. November, 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr
8. November, 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr
9. November, 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr