Wer sich Ziele setzt, gewinnt im Beruf

Talkgäste, Moderatorin und Gastgeberin: (v.l.) Gleichstellungsbeauftragte Inge Trame, Fotografin Herlinde Koelbl, Liz Mohn, Vorsitzende der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft, Bürgermeisterin Maria Unger, Sprecherin des Jugendparlaments, Nathalie Hark und Journalistin Brigitte Büscher. Foto: Stadt Gütersloh

Gütersloh (gpr). „Wer sich Ziele setzt, Energie hat, manchmal charmant ist und dann auch wieder hart etwas durchsetzt, der kommt im Berufsleben nach vorne“, sagte die Fotografin Herlinde Koelbl, die vor allem durch ihre Arbeiten „Spuren der Macht“ bekannt geworden ist. Koelbl war am Dienstagabend Gast der Talkrunde im Parkhotel, zu der die Gleichstellungsstelle aus Anlass ihres 25jährigen Bestehens eingeladen hatte. Weitere Gäste der Podiumsdiskussion waren Liz Mohn, Vorsitzende der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft, Carina Gödecke, Präsidentin des Landtages NRW, Bürgermeisterin Maria Unger und Nathalie Hark, Sprecherin des Jugendparlaments. 

Es sei schon vieles erreicht in Sachen Gleichberechtigung, resümierten Bürgermeisterin Maria Unger und Gleichstellungsbeauftragte Inge Trame bei ihrer Begrüßung der rund 100 Gäste. Doch Inge Trame räumte gleichzeitig ein, dass noch viele Aufgaben anstünden. Dem konnten die Talkgäste unter der Moderation von Brigitte Büscher nur zustimmen. Frauen im Beruf seien heute eine Selbstverständlichkeit, sagte Liz Mohn, die daran erinnerte, dass Frauen vor 100 Jahren noch nicht studieren durften, und dass Frauen erst seit 50 Jahren ein eigenes Konto führen dürfen.

Im Beruf stehen Frauen jedenfalls heute nicht mehr alleine. Auch nicht als Bürgermeisterin. „Allein in den 13 Kommunen des Kreises Gütersloh gibt es fünf Bürgermeisterinnen“, sagte Maria Unger. Eine Frau als Bundeskanzlerin, eine Frau als Bürgermeisterin? – Aus der Perspektive von Jupa-Sprecherin Nathalie Hark ist das ganz normal. „Ich war elf Jahre alt, als Angela Merkel Kanzlerin wurde, ich kenne es nicht anders.“ Für die Frauenquote würde sich Nathalie Hark nur bedingt einsetzen: „Wenn es eine Frauenquote geben sollte, dann aber bitte auch eine Männerquote; zum Beispiel für die Kindertagesstätten“, vertritt Hark.

Während Liz Mohn beobachtet hat, dass sich Frauen besser vernetzen als Männer, kann Landtagspräsidentin Carina Gödecke das aus ihrer täglichen Arbeit nur bestätigen: „Männer sagen immer: Ich will, ich mache“, bei Frauen heißt es „Wir machen, wir wollen.“

Aber wollen Frauen überhaupt die absolute Macht? Koelbl hat in ihrer Arbeit eher die Erfahrungen gemacht, dass Frauen zwar beruflich nach vorne kommen möchten und auch einen Machtanspruch vertreten, aber nicht die absolute Macht auf Kosten der gesamten Lebensplanung wollen. Aber auch wenn Frauen Teamwork bevorzugen und die Kooperation zu schätzen wissen, können sie sich mit vielen Fähigkeiten an die Spitze setzen. Liz Mohn ist sich sicher, „dass Frauen besser organisiert sind und ein Gespür für den Markt haben.“

Foto: Stadt Gütersloh