Wenn man Leben retten kann, sollte man es tun

Oliver Kipshagen aus Lichtenau konnte durch seine Knochenmarkspende eine Chance auf Leben geben

Tübingen/ Lichtenau. Vor 20 Jahren hatte sich Oliver Kipshagen aus Lichtenau bereits als potenzieller Stammzellspender in die Datei der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH aufnehmen lassen. Im letzten Jahr war es soweit: Er kam als genetischer Zwilling für einen Patienten in Frage und rettete diesem durch seine Knochenmarkspende das Leben. Auf einen solchen Lebensretter hofft auch Myriam. Die 29-jährige junge Mutter leidet an einer bösartigen Erkrankung des blutbildenden Systems und die Übertragung gesunder Stammzellen ist ihre einzige Überlebenschance.

Als sich Oliver Kipshagen 1992 als potenzieller Stammzellspender registrieren ließ, stand die DKMS noch ganz am Anfang und es war eine der ersten großen Registrierungsaktionen mit 3000 neuen Spendern im Kreis Paderborn. „Mir lag immer sehr viel daran, sich für eine gute Sache einzusetzen und interessierte mich damals schon für medizinische Themen“, erinnert sich der heute 41-jährige Lichtenauer. Daher nahm er direkt an der Registrierungsaktion teil, um vielleicht irgendwann einmal einem Patienten helfen zu können. Im letzten Jahr informierte ihn die DKMS darüber, dass seine Gewebemerkmale nun tatsächlich mit denen eines Patienten übereinstimmen, nachdem er zuvor schon zwei Mal angeschrieben wurde, es aber letztendlich doch nicht zur Spende gekommen war.

Herr Kipshagen zögerte keine Sekunde. „Ich war sprachlos und überwältigt endlich jemandem helfen zu können, da ich schon lange darauf gehofft habe!“ Das er spendet war für Herrn Kipshagen eine Selbstverständlichkeit und er fühlte sich während der ganzen Vorbereitungszeit mit den umfassenden Voruntersuchungen durch die DKMS und der Entnahmeklinik sehr gut betreut sowie stets bestens informiert und über die gesamte Vorgehensweise aufgeklärt. Es gibt zwei Methoden der Transplantation, die operative Entnahme von Knochenmark und die ambulante Filterung von Stammzellen aus dem Blut. Der Patient benötigte in diesem Fall Knochenmark und Kipshagen stimmte dieser weniger häufig angewendeten Entnahmemethode uneingeschränkt zu.
Nach der Knochenmarkentnahme, bei der unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen wird, hatte Herr Klipshagen die üblichen und leichten Nebenwirkungen einer Vollnarkose. „Ich fühlte mich etwas schlapp und müde, aber ich konnte bereits am nächsten Tag wieder nach Hause und hatte auch später keine gesundheitlichen Probleme“.

Er erfuhr, dass die Knochenmarkspende nach Amerika ging und für einen männlichen Spender Mitte 30 benötigt wurde. „Inzwischen weiß ich, dass es dem Empfänger derzeit ganz gut geht. Er macht wieder kleine Fortschritte und kämpft sich in sein altes Leben zurück. Ich wünsche ihm, dass er ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen sein Leben, wie vor der Erkrankung fortsetzen kann und ich ihn hoffentlich auch persönlich kennenlernen darf. Das würde die ganze Spende perfekt abrunden und abschließen“, wünscht sich Kipshagen.
Um in Zukunft allen Patienten die eine Stammzellspende benötigen helfen zu können, bittet er alle Lichtenauer, die zwischen 17 und 55 Jahren sind und keine ernsthaften oder chronischen Erkrankungen haben, an der Registrierungsaktion in Lichtenau teilzunehmen. „Ich würde sofort wieder spenden, wenn nochmals eine Stammzellspende von mir benötigt würde“, äußert sich Kipshagen.

Die Initiativgruppe aus Lichtenau hofft, gemeinsam mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei, dass möglichst viele Menschen aus der Region die Gewebemerkmale ihres Blutes bestimmen lassen. Bei Ablauf der Registrierung ist am Aktionstag, dass zuerst bei der Datenerfassung eine Einverständniserklärung ausgefüllt wird, danach hat der potenzielle Spender bei der Zwischenkontrolle die Möglichkeit eine Geldspende zu tätigen, bevor bei der Blutentnahmestation eine Blutprobe von 5 ml entnommen wird. Zum Schluss bekommt der potenzielle Spender bei der Endkontrolle den Durchschlag der Einverständniserklärung übergeben und damit ist der Vorgang der Registrierung abgeschlossen. Es ist mit keinen langen Wartezeiten zu rechnen, da ausreichend Helfer vor Ort sind und der einzelne Durchlauf einer Registrierung maximal 10 Minuten in Anspruch nimmt.

Jeder, der sich als potenzieller Stammzellspender in die DKMS aufnehmen lässt, ist eine weitere Chance für Patienten weltweit und kann vielleicht schon morgen zum Lebensspender werden. Jeder Einzelne zählt! Die Aktion findet statt am:
Samstag, den 29. September 2012 von 10:00 bis 16:00 Uhr Heimatschutzverein Lichtenau Schützenstr. 13, 33165 Lichtenau
Die Registrierung und Typisierung eines Spenders kostet die DKMS 50 Euro. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS bei der Spenderneugewinnung allein auf Geldspenden angewiesen. Um die geplante Aktion überhaupt durchführen zu können, benötigen wir Ihre finanzielle Hilfe! Jeder Euro zählt!

Spendenkonto 16003030 bei der Sparkasse Paderborn, BLZ 472 501 01

Für weitere Informationen: DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei Ingrid Seipolt
Tel:. 05257 93833-11
Fax: 05257 93833-10
E-Mail: seipolt@dkms.de
Website: www.dkms.de

Foto: DKMS