Weg zurück ins Leben

Montagearbeiten nutzen viele Bewohner des Wohnheimes „Domäne“, um sich von ihrer Suchterkrankung zu lösen. Ergotherapeut Werner Blank (2.v.l.) erläutert SPD-Kreispolitikern die Einzelheiten. Foto: SPD-Kreistagsfraktion

Bielefeld. Die Arbeit, die Sozialpädagogin Katrin Runge und ihre Kolleginnen in der „Domäne“ leisten müssen, ist echte Basisarbeit. „Viele unserer Klienten müssen hier erst grundlegende Dinge wieder neu lernen. Regelmäßige Mahlzeiten beispielsweise, oder das Reinigen des eigenen Wohnbereichs.“ Die 24 Frauen und Männer – letztere sind deutlich in der Mehrzahl – haben als Alkoholabhängige und zumeist auch psychisch kranke Menschen, einen langen Leidensweg hinter sich. Nach der Entgiftung wollen und sollen sie in ein abstinentes Leben zurückfinden.

Entscheidend für die erfolgreiche Rehabilitation sei eine geregelte Tagesstruktur, betonte Katrin Runge. Deshalb gingen die Bewohner tagsüber auch einer Arbeit nach, entweder im Haus- und Gartendienst oder in der Werkstatt des Wohnheimes. Dort erledigen sie Montagearbeiten im Auftrag von drei Firmen, unter Ihnen das Detmolder Unternehmen Weidmüller. Tätigkeiten für die Gemeinschaft in den vier Wohngruppen aber auch Freizeitmöglichkeiten vom Tischtennisspiel bis zum Freibadbesuch gehörten zur Vorbereitung auf den Weg zurück ins Leben.

Die „Domäne“ ist nur eine von fünf Einrichtungen des Vereins für Rehabilitation Schlangen/Lippe. Wie Vorstand Andrea Menke den Sozialdemokraten erläuterte, betreibt der Verein zwei weitere offene Wohnheime in Schlangen-Oesterholz und Horn-Bad Meinberg, sowie mit der „Startbahn 53“ ein geschlossenes Wohnheim in Schlangen-Kohlstädt. In Detmold hat der Ambulant Begleitende Dienst des Vereins seinen Sitz, um suchtkranken Lipperinnen und Lippern außerhalb von Wohnheimen zu helfen. Insgesamt betreut der Verein für Rehabilitation mit rund 100 Beschäftigten fast 160 Männer und Frauen. „Erschreckend ist, dass uns immer mehr Anfragen von jungen Erwachsenen ab 18 Jahre erreichen“, berichtete Andrea Menke.

Die SPD-Delegation um den Fraktionsvorsitzenden Kurt Kalkreuter und den stellvertretenden Landrat Dr. Axel Lehmann begrüßte besonders, dass es dem Verein gelungen sei, auch im ambulanten Bereich ein tagesstrukturierendes Angebot aufzubauen. „Lippe spielt damit eine Vorreiterrolle in ganz NRW“, betonte Lehmann, der auch Vorsitzender des Kreis-Sozialausschusses ist. „Es wäre wichtig, dass der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hier auch langfristig die Kosten übernimmt und dem Verein damit Planungssicherheit gibt.“