Weberei: Große Mehrheit will lokale Trägerschaft

Gütersloh (gpr). In einem sind sich alle Mitglieder des Kulturausschusses einig: Die Weberei, Güterslohs alternatives Kultur- und Bürgerzentrum mit Gastronomie, soll erhalten bleiben. Über die zukünftige Organisation allerdings gibt es unterschiedliche Ansichten. Die große Mehrheit aus fünf der sechs Fraktionen – CDU, Grüne, BfGT, FDP und UWG – brachte am 28.5. einen Antrag auf den Weg, dessen Ziel bis zum Jahresende eine lokale Trägerschaft, stärkere Einbindung der Bürger, den Abschluss eines langfristigen Pacht- und Mietvertrags zum Ziel hat, inklusive einer sicheren Arbeitsplatzperspektive für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die SPD stimmte dagegen, für sie wäre die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Träger, der Pari Sozial, die Grundlage für weitere Entscheidungen gewesen.

Förder- und Mietvertrag der Pari Sozial soll nun nach dem Willen der Mehrheit auslaufen. Die Organisation hatte die Weberei vor gut sechs Jahren nach einer Insolvenz das Zentrum übernommen. Sie selbst hatte Anfang des Jahres die Fördervereinbarung mit der Stadt gekündigt, falls es zu keiner Erhöhung des städtischen Zuschusses um 100 000 € auf insgesamt 263 000 € kommen würde. Begründet hatte sie das mit steigenden Mietneben- und Betriebskosten, mit schwankenden Erlösen aus der Gastronomie und gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohnzahlungen. Mit einer Erhöhung wären die Kürzungen zurückgenommen worden, die im Zuge der Haushaltskonsolidierung im Jahr 2010 umgesetzt wurden.

Mit dem Beschluss des Kulturausschusses einen neuen Träger zu finden beginnt nun ein Bewerbungsverfahren, dessen Kriterien die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung am 17. Juni vorbereiten soll. Kultur-Beigeordneter Andreas Kimpel will sich dabei an dem Verfahren orientieren, mit dem im vergangenen Jahr die Nachfolge für die Stadthallen-Gastronomie gefunden wurde.