„Von der Wiege bis zur Bahre“

Gutes Team: Saniye Dogan (von links), Marijana Zickel, Klaudia Pähler, Roland Poser, Birgitta Stratbücker, Nicole Beckord und Sandra Isenbort kümmern sich im Standesamt der um die Belange der Gütersloher. Foto: Gütersloh.

Gütersloh (gpr). Dass im Standesamt geheiratet wird, ist allgemein bekannt. Doch was viele nicht wissen ist, dass das Standesamt noch für einige weitere Bereiche zuständig ist. Zum Beispiel bearbeiten die Mitarbeiter vom Fachbereich Ordnung der Stadt Gütersloh Geburts- und Sterbefälle, sie stellen Urkunden aus und führen Namensänderungen durch. Ein vielfältiger Tätigkeitsbereich, bei dem die Trauzeremonien sicherlich zum schönsten Teil der Arbeit gehören – schließlich haben die Standesbeamten und -beamtinnen es dort ausschließlich mit glücklichen Menschen zu tun.Sommerzeit ist Heiratszeit – in den warmen Monaten stehen bei den Standesbeamtinnen und dem Standesbeamten zahlreiche Trauzeremonien auf dem Programm. Jährlich sorgen sie bei rund 360 Eheschließungen in Gütersloh für die „korrekte Verbindung“. „Jede Trauung ist einzigartig und es ist schön, so viele glückliche Paare bei diesem bedeutenden Schritt zu begleiten“, erzählt Standesbeamtin Sandra Isenbort, die selbst seit neun Jahren Trauungen in Gütersloh durchführt. In der Regel finden die Eheschließungen im feierlichen Ambiente in der Kirchstraße statt, es sei denn, das Paar möchte das nicht. „Immer mal wieder kommen Paare zu uns, die vorher schon einmal verheiratet waren und keinen großen Aufwand wünschen“, so Isenbort. „Ihnen bieten wir an, dass wir auch außerhalb der normalen Trauzeiten bei uns im Büro den rechtlichen Verwaltungsakt vollziehen können. Ohne Traurede, ohne Trauzeugen und Gäste.“ Ein Service, der für manche Paare der optimale Weg ist: In diesem Jahr sind auf diese Art bereits zwölf Ehen geschlossen worden.

 Im Gegensatz dazu bietet das Standesamt aber auch Trauungen an besonderen Orten an: Im Rahmen der Reihe „Standesamt on Tour“ gab man sich in der Vergangenheit bereits im Palmenhauscafe, auf der Liebesinsel, im alten Avenwedder Bahnhof und im Theater das Ja-Wort – im kommenden September ist die historische Umgebung des Stadtmuseums der romantische Ort des Geschehens. „Die Termine für den 6. September waren sehr schnell ausgebucht. Es werden sechs Paare getraut, unter anderem von Bürgermeisterin Maria Unger“, verrät Isenbort. Während von Mai bis September die Trauungen auf Hochtouren laufen, stehen in den anderen Monaten die Anmeldeverfahren im Vordergrund: Sechs Monate vorher können Termine vereinbart und die Formalitäten in einem persönlichen Gespräch geklärt werden.

 Doch die Standesbeamten sind nicht nur “Trau-Beamte“, sondern gleichzeitig auch oftmals Zeugen von Scheidungen: „Das ist die andere Seite unserer Arbeit. Schließlich führen wir auch Namensänderungen durch, die viele aufgrund der Scheidung beantragen“, sagt Isenbort. Jeder Standesbeamte kümmert sich um einen weiteren Schwerpunkt neben der Eheschließung. Nicole Beckord beurkundet beispielsweise die Geburten – über 1.600 sind es in Gütersloh in jedem Jahr, währenddessen Saniye Dogan und Marijana Zickel jährlich rund 1.200 Sterbefälle bearbeiten. Dazu kommt die Ausstellung von Urkunden und Einbürgerungen – ein ganzes Leben in Urkunden. Langeweile kommt da nie auf. Schließlich begleiten sie ihre Kunden von der Wiege bis zur Bahre.

BU: Gutes Team: Saniye Dogan (von links), Marijana Zickel, Klaudia Pähler, Roland Poser, Birgitta Stratbücker, Nicole Beckord und Sandra Isenbort kümmern sich im Standesamt der um die Belange der Gütersloher. Foto: Gütersloh.