Gravierende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz

Bad Salzuflen. Vor einer Woche hatte das Veterinäramt bereits den Abtransport von zwei erheblich vernachlässigten Pferden einer Tierhalterin in Bad Salzuflen Ahmsen veranlasst. Eine Fortnahme der übrigen acht Pferde war bereits da nicht ausgeschlossen worden. „Trotz dieser Warnung war die Tierhalterin nicht willens oder in der Lage, eine tierschutzgerechte Haltung ihrer Pferde sicherzustellen“, berichtet Dr. Heike Scharpenberg, Leiterin des Veterinäramtes. „Die Tierhalterin zeigte keine Einsicht im Hinblick auf unsere Auflagen.“
Ein weiteres Pferd, die Stute „Penny“, wurde zwischenzeitlich aufgrund der Berichterstattung über diesen Fall von ihrer Eigentümerin abgeholt, sie hatte das Tier der Halterin zur Pflege überlassen. Daher standen gestern von den ursprünglich zehn Pferden noch sieben auf dem Hof: fünf Vollblüter im Alter von 16 bis 23 Jahren sowie zwei über 20-jährige Kleinpferdwallache.
Anfang der Woche spitzte sich die Situation zu. „Die Tierhalterin hat die geforderte Bewegung der Pferde gänzlich unterlassen und notwendige tierärztliche Maßnahmen abgelehnt.“ Daher war eine Fortnahme aller sieben Pferde aus Sicht des Veterinäramts unerlässlich und wurde gestern durchgeführt.
„Wir sind erleichtert, dass alle Pferde schonend und in vollkommener Ruhe verladen und abtransportiert werden konnten“, erklärt Dr. Scharpenberg. Der 21-Jahre alte Kleinpferdwallach „Harvey“ konnte schon auf einen Pferdehof gebracht werden, wo er seinen Lebensabend verbringen soll. Das zweite Kleinpferd wurde zunächst zum Röntgen in einer Tierklinik eingestellt und die Vollblüter kamen vorläufig in Pflegestellen.
„Wir haben schon einige konkrete Hilfsangebote für die endgültige Übernahme der Pferde erhalten. Die Anteilnahme an dem Schicksal der Tiere ist groß“, so Dr. Scharpenberg. Nur die Suche nach einem endgültigen Platz für die vier Vollbluthengste ist sehr schwierig, da für die Hengsthaltung besondere Sachkunde erforderlich ist.
Das Verhalten der Tierhalterin begründet nach Auffassung des Kreises Lippe auch ein Haltungsverbot. „Immerhin wiederholt sich hier die Geschichte der Pferde, mit denen schon das Veterinäramt der Stadt Bielefeld beschäftigt war. Eine Rückgabe darf nicht noch einmal erfolgen“, erklärt Dr. Scharpenberg. „Unsere ordnungsbehördlichen Maßnahmen tragen hoffentlich dazu bei, dass sich das Schicksal der Tiere jetzt zum Guten wendet.“

Foto: Kreis Lippe