Verloren, gefunden, zurückgegeben

Team-BürgerbüroGütersloh (gpr). Es geht meistens sehr schnell und man bemerkt es erst, wenn es zu spät ist: in unachtsamen Momenten fällt der Schlüssel aus der Tasche, man vergisst die Brille im Café oder lässt das Handy liegen. Täglich geben ehrliche Finder im Bürgerbüro der Stadt Gütersloh Gegenstände ab – knapp 1.000 Fundsachen sammeln sich dort im Jahr an. Immerhin gut ein Drittel davon gelangt wieder in die Hände des rechtmäßigen Besitzers.

Das ist ein guter Schnitt, findet Marijana Zickel, städtische Mitarbeiterin im Bürgerbüro: „Die Gütersloher Bürgerinnen und Bürger sind ehrliche Finder, es wird sehr viel bei uns abgegeben.“ Angefangen bei Brillen, Schlüsseln und Handys über Fahrräder und Kleingegenstände bis hin zu Fundtieren haben die Mitarbeiter rund um Leiterin Iris Zumbansen schon einiges erlebt. Besonders schön seien vor allem die Momente, in denen Bürger lieb gewonnene Gegenstände zurück bekommen und ihnen sprichwörtlich ein Stein vom Herzen falle.

908 Gegenstände sind im vergangenen Kalenderjahr im Bürgerbüro abgegeben worden. Dazu kommen noch Brillen und Schlüssel, die – anders als die restlichen Fundsachen – direkt in einer Vitrine im Eingangsbereich des Bürgerbüros ausgelegt werden. „So können die Bürger während der Öffnungszeiten des Rathauses immer nachgucken, ob ihre vermisste Brille oder ihr verlorener Schlüssel abgegeben wurde“, erklärt Zickel. Ein Service, der kurze Wege und schnelle Rückgaben ermöglicht.

Auch für den ehrlichen Finder lohnt sich der Gang ins Rathaus: Ihm steht ein Finderlohn zu. „Bei einem geschätzten Wert bis 500 Euro beträgt dieser fünf Prozent des Wertes, bei höheren Beträgen drei Prozent“, erläutert Zickel die Vorgehensweise. Wenn ein Gegenstand hingegen nicht seinem Besitzer zugeordnet beziehungsweise dieser nicht ausfindig gemacht werden kann, kann der Finder einen Eigentumsanspruch geltend machen. Bis dahin müssen sechs Monate vergehen. Wird die Fundsache allerdings im Bürgerbüro aufbewahrt, fällt für den Finder für die Verwahrung eine Veraltungsgebühr an. Um die Lagerkapazitäten nicht auszureizen, werden Fahrräder ebenfalls regelmäßig von der ASH Radstation Gütersloh abgeholt – sofern innerhalb von sechs Monaten der rechtmäßige Besitzer von der Polizei nicht ermittelt werden kann, dürfen sie die Räder veräußern.

Ähnlich wird bei Fundtieren wie Hunden, Katzen oder Kaninchen verfahren: „Bei Fundtieren wird in der Regel eine Pressemeldung rausgegeben“, erklärt Zickel. Auch hier kann der Finder entscheiden, ob er das Tier zuhause versorgt und somit nach einem Zeitraum von sechs Monaten, sofern der Besitzer unbekannt bleibt, Eigentum erwirbt. Ansonsten erfolgt die Betreuung der Fundtiere über das Tierheim Gütersloh.

BU: Eingespieltes Team: (von links) Leiterin Iris Zumbansen, Maijana Zickel, Helmut Gosselke, Monika Stehr, Carola Mann, Ines Mundt, Barbara Gök und Katharina Szykowny kümmern sich im Bürgerbüro um die Belange der Gütersloher.
Foto: Stadt Gütersloh