Ver/liebt in Gütersloh

Auch in diesem Jahr zeigt die Stadt mit Veranstaltungen und Rainbowflash wieder Flagge gegen Homo-, Trans- und Biphobie
Rathaus unterm Regenbogen : Bürgermeister Henning Schulz und die „Aktionsgruppe zum Internationalen Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie“ laden gemeinsam zu einer Reihe von Veranstaltungen und zum „Rainbow Flash“ auf dem Kolbeplatz ein.

Rathaus unterm Regenbogen: Bürgermeister Henning Schulz und die „Aktionsgruppe zum Internationalen Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie“ laden gemeinsam zu einer Reihe von Veranstaltungen und zum „Rainbow Flash“ auf dem Kolbeplatz ein.

Gütersloh. Da hat sich eine richtig bunte Gruppe zusammengetan: Nach dem Erfolg der Veranstaltungsreihe „Gütersloh ver/liebt sich“ im vergangenen Jahr haben sich auch in diesem Jahr wieder ganz unterschiedliche Akteure zusammengetan, um rund um den 17.Mai – dem Internationalen Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie – ins Blickfeld zu rücken, was eigentlich keine Frage sein sollte: „Liebe ist Liebe – egal ob lesbisch, hetero, bi, schwul, trans*oder inter*.“ Unter diesem Leitsatz stehen auch 2018 wieder die Veranstaltungen, die am 9. Mai mit einem Workschop für queere Jugendliche beginnen und deren Höhepunkt auch diesmal wieder der „Rainbowflash“ am 17 Mai – in diesem Jahr auf dem Kolbeplatz – ist.

Ab 13 Uhr beginnt dort das Programmmit Infoständen, Beratungsbus und Frauencafé. Der Arbeitskreis Jungenarbeit Kreis Gütersloh lädt zur Ausstellung Crossdressing ein (das Tragen der Kleidung des anderen Geschlechts), und das Jugendzentrum Bauteil 5 baut eine Leinwand auf, die Statements für sexuelle vielfalt aufnimmt. Die Band „Wohnzimmersoul“ sorgt für musikalische Vielfalt, die Lesbensambagruppe LesBEnitas und die Murga Rompe Cadenas aus Bielefeld geben zusammen mit der Tanzgruppe Upgrade den Rhythmus vor, bis gegen 19 Uhr wieder Luftballons in allen Regenbogenfarben gen Himmel steigen, ausgerüstet mit Botschaften gegen Homo-, Trans- und
Biphonie. Aber auch die weiteren Veranstaltungen stehen für Vergnügen, Offenheit und Buntheit: Kino im Bambi/Löwenherz –  der Film „Eine phantastische Frau“ des chilenischen Regisseurs Sebastian Lelio thematisiert die alltäglichen Vorurteile gegen Transgender-Personen – Achtsamkeitsübungen beim Verein „Trotz allem“, das Offene Treffen der BEFAH-Elterngruppe OWL, ein Abend über den „weiblichen Körper und lustvolle Sexualität“ bei pro familia, ein Gottesdienst der Vielfalt in der Matthäuskirche und  schließlich die erste Gütersloher Queer-Party in der Weberei als lauter und bunter Abschluss am 18. Mai sind weitere Termine, die für Vielfalt stehen.
Fahnen5Mitgemacht haben in diesem Jahr der Arbeitskreis Jungenarbeit Kreis Gütersloh, die AWO Sexualpädagogik und Aidsprävention, der AWO Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe e. V. Fachdienste für Migration und Integration und die Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit, die BEFAH – Elterngruppe OWL – Eltern homosexueller Töchter und Söhne, die Frauenberatungsstelle Frauen für Frauen e.V., der Frei:Raum 17/Queer-Treff der SJD – Die Falken – KV Gütersloh, die Initiative Gütersloh ver/liebt sich, die pro familia Gütersloh, die Weberei und Trotz Allem e.V. Die Aktionstage für Vielfalt 2018 finden statt mit freundlicher Unterstützung der Zentralen Öffentlichkeitsarbeit und des Fachbereichs Chancengleichheit, Vielfalt, Gleichstellung und Integration der Stadt Gütersloh und der KK Kriminalprävention / Opferschutz Kreispolizeibehörde Gütersloh. Während der Veranstaltungswoche hängen auch in diesem Jahr wieder die Regenbogenflaggen vor dem Rathaus.
Das ganze Programm unter www.guetersloh.de
Hintergrund: Internationaler Tag  gegen Homophobie
Vor gerade einmal 27 Jahren, am 17. Mai 1990, strich die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität von der Liste der psychischen Erkrankungen. Sexuelle Minderheiten gehören zur gesellschaftlichen Vielfalt – auch in NRW, auch in Gütersloh. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung sind lesbisch, bisexuell  oder schwul. Zudem gibt es Menschen, die sich als transsexuell, transgender oder intersexuell bezeichnen (LSBTI*).  Aber noch heute werden Menschen, die sich als lesbisch, bi, trans*, inter* oder schwul definieren weltweit Opfer von verbaler und körperlicher Gewalt, auch in Deutschland –  eine häufig verdrängte Tatsache. Die Lebens- und Liebesformen, die mit all den unterschiedlichen sexuellen und geschlechtlichen Identitäten einhergehen, machen die Vielfalt unserer Gesellschaft jedoch aus und bereichern sie. Zwar gibt es bereits zahlreiche Fortschritte hinsichtlich der Akzeptanz und Anerkennung vielfältiger sexueller Orientierungen und Identitäten.
Dennoch:  Es ist noch ein langer Weg zu einer bunten, gerechten und akzeptierenden  Gesellschaft. Die Gütersloher Veranstaltungsreihe will dafür werben, informieren und Vielfalt demonstrieren.SucheFrieden_Logo_Zusatz_4c