„Verhaltensauffällige Kinder fallen nicht vom Himmel“

Die Veranstaltung „Inklusion trifft Praxis“ in der Anne-Frank-Schule in Lemgo wurde von über 150 Teilnehmern besucht und traf bei den Anwesenden genau ins Schwarze. Foto: Kreis Lippe

Die Veranstaltung „Inklusion trifft Praxis“ in der Anne-Frank-Schule in Lemgo wurde von über 150 Teilnehmern besucht und traf bei den Anwesenden genau ins Schwarze. Foto: Kreis Lippe

LEMGO. Mit dem Thema „Inklusion trifft Praxis“ traf die Fachtagung für lippische Lehrer genau ins Schwarze. Das Team für schulische Inklusion im Schulamt für den Kreis Lippe hat die Tagung zum Umgang mit Schulkindern mit herausforderndem Verhalten im Hinblick des gemeinsamen Lernens behinderter und nicht-behinderter Kinder organisiert. 

„Verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche fallen nicht vom Himmel. Als Teil unserer Gesellschaft spiegeln sie deren Probleme wider und sie haben daher einen Anspruch darauf, dass man sie mit Respekt behandelt“, stellte Landrat Friedel Heuwinkel gleich zu Beginn der Veranstaltung fest.

Über 150 Lehrer aller Schulformen sowie interessierte Akteure aus schulischen Arbeitsfeldern fanden sich hierzu in der Anne-Frank-Schule in Lemgo ein. Das Ziel der Veranstaltung: Eine Professionalisierung aller Teilnehmer im Umgang mit Schülern, die herausforderndes Verhalten zeigen.

„Wir müssen die Türen aufmachen und die Menschen mit Behinderung auch hinein lassen, damit alle von vorneherein wirksam teilhaben können“, erklärte Dennis Hövel von der Universität Köln den Grundsatz zur Inklusion. Dazu gehören Veränderungen in den Inhalten, Ansätzen, Strukturen und Strategien: „Diese Veränderungen müssen von einer gemeinsamen Vision getragen werden, die alle Kinder innerhalb einer angemessenen Altersspanne einbezieht, und von der Überzeugung, dass es in der Verantwortung des regulären Systems liegt, alle Kinder zu unterrichten.“

Die Teilnehmer konnten dann in einer Reihe von Workshops mit einzelnen Themen intensiver auseinander setzen. So bot Sozialwissenschaftler und Schauspieler Rudi Rhode unter dem Titel „Wenn Nervensägen an unseren Nerven sägen“ einem Praxisworkshop mit anschließendem schauspielerischem Vortrag zum konsequenten Auftreten nach Regelverstößen an.

„Eine professionelle Distanz zu den auffälligen Signalen, ein kühler Kopf und das Wissen um die komplexen Zusammenhänge sowie konsequente Strategien können zum Abbau der im Schulalltag stark belastenden Auffälligkeiten beitragen“, fasste Beate Busse, Inklusionskoordinatorin beim Schulamt des Kreises Lippe, ihre Erkenntnisse der Veranstaltung zusammen.