Verein „Ressource“ öffnet seine Räume zur Besichtigung

Demold-1Detmold. Das diesjährige Motto zum Tag des offenen Denkmals hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz überschrieben mit: Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale? Das Motto greift die zentralen Fragestellungen der Denkmalpflege auf, die am Tag des offenen Denkmals diskutiert werden sollen: Was ist wert, erhalten zu werden und weshalb? Was macht Denkmale unbequem und warum? Gibt es überhaupt bequeme Denkmale?

Stadt Detmold als Untere Denkmalbehörde ist es gelungen, für 24 Objekte Eigentümer oder engagierte Mitstreiter zu gewinnen, die Führungen anbieten werden. Aus Krankheitsgründen muss allerdings die Führung über den Jüdischen Friedhof entfallen. Das Detmolder Programm ist in der vom Kreis Lippe herausgegebenen Broschüre und unter www.detmold.de nachzulesen.

Detmold-2Der Verein Ressource wird auch in diesem Jahr seine Räume in dem Gebäude Allee 11 zur Besichtigung anbieten und die Besonderheiten des Gebäudes erläutern. Dieser hervorragende Solitärbau des späten Klassizismus ist 1845 in der Reihe der großbürgerlichen, vorstädtischen Häuser am Friedrichstaler Kanal gegenüber der barocken Häuserzeile Neustadt errichtet worden. Der Bauherr war der Hofapotheker und Rentier Ernst Keiser, der Sohn des Postmeisters und Hofapothekers Ludwig Bernhard Keiser. Ernst Keiser hatte die Hofapotheke 1843 verkauft, erbaute dieses Haus zwei Jahre später und starb bereits 1848. Wahrscheinlich hat die Witwe das Haus weiter bewohnt. Ab 1867 ist der Rittergutsbesitzer Theodor Caesar neuer Eigentümer. Der Rentier Albert Krohn und seine Frau Betty erwarben das Haus 1886 und gaben es 1926 an ihre Tochter, die Majorswitwe Elsa von Wilczek weiter. Der Verein Ressource ist seit 1935 Eigentümer dieses Gebäudes.

Die teilweise opulente historistische Ausstattung mit Deckenstuck, hölzernen Wandpanelen, beschnitzten Zimmertüren und Holzkassettendecke haben höchstwahrscheinlich der Rentier Krohn und seine Frau einbauen lassen. Diese aufwendige Ausstattung im Obergeschoss ist in diesem Jahr auch zu besichtigen.

BU1: Ein historistisch umgestalteter Raum im Obergeschoss mit hölzerner Wand- und Deckenvertäfelung mit einem attraktiven freistehenden Kamin.
BU2: Ein Kapitell – Detail der hölzernen Innenausstattung.
Fotos: Stadt Detmold